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Unsere Region auf Briefmarken
Durch die Porzellanlandschaft
Archäologie
Die Region in Mythen und Sagen
Porzellanfabrik in Pirkenhammer (Březová) 

Im schönen Tal des Flusses Tepl (Teplá), anderthalb Sunden südwestlich von Karlsbad zu Fuß, bei der Siedlung Pirkenhammer wurde im Jahre 1803 von einem Sächsischen Geschäftsmann aus Weimar Friedrich Höcke die vierte Porzellanfabrik gegründet. Höcke war in Verbindung mit den Thüringer Unternehmern (mit Greiner) und vielleicht auf Grunde ihrer Überredung kam er nach Böhmen, um es in einem neuen Industriezweig zu versuchen.

Historischer LogoEr hat zwei Porzellanöfen gebaut und mit Hilfe eines nicht näher bekannten Geschäftsmanns aus Thüringen bei der Anrichtung der Porzellanmasse ist er an die Arbeit gegangen, Geschirr und Pfeifenköpfe aus Porzellan herzustellen.

Dem Betrieb ging es aber nicht sehr gut und Höcke, der weitere finanzielle Verluste fürchtete, verpachtete im Jahre 1806 die Porzellanfabrik dem Buchhalter Ferdinand Cranz. Der hatte auch nicht mehr Erfolg und Höcke suchte einen Käufer für die Fabrik. Höcke hat solchen Käufer gefunden, das war im Jahre 1811 und es war Johann Martin Fischer und ein junger Pirkenhammer Ansässiger Christoph Reichenbach.

Spätbarocke Geschirrformen, die mit einer typischen linearen Kobaltdekoration von Strohblumen und Vogel- und Felsenmotiven geziert waren. Es kommen auch mit Karmin, mit Ziegelrot und Grün gemalte Blumenmotive. Zylinderförmiges Geschirr im Empirestil mit Blumendekor, überwiegend karminfarbig vor. Am Ende der „Höckezeit“ kommen Wiener Formen mit bunten figuralen, aus der Mythologie kommenden Gestalten dekoriert, zum Tragen.Pirkenhammer Porzellan

Schon ein Jahr nach der Übernahme der Porzellanfabrik vom Fischer und Reichenbach sind die ersten Erfolge zu verzeichnen. Hohe Anerkennung hatte der Pirkenhammer Porzellan in der Zeit entgegengenommen, als die Porzellanfabrik als die erste in Böhmen die Erlaubnis im Jahre 1829 erhalten hat, die Produkte mit Kupfer zu dekorieren. 

Nach den Kommissionsberichten beschäftigte die Porzellanfabrik im Jahre 1831 36 Arbeiter an der Drehscheibe, 37 Maler, Vergolderer und Drucker, 16 Poliere und 36 Hilfsarbeiter, mit den im Büro angestellten insgesamt 130 Angestellte. Die Porzellanfabrik belieferte damals die Lager in Prag, Brünn und Wien, aber auch Porzellangeschäfte in größeren Städten des gewesenen Reiches und besonders die Städte in Norditalien und auch das Ausland. Im Geschirrvergolden war die Porzellanfabrik in Pirkenhammer in der ersten Jahrhunderthälfte unter den Porzellanfabriken schlechthin auf der ersten Stelle.

Um das Jahr 1845 erscheint die so genannte Perlmutterform, die Form der Tassen bekommt Glockenform und die Tassenfüße und die Flanken sind senkrecht durchgedrückt. Ursprünglich waren es die Merkmale des Wiener Porzellans, die dann die Schlaggenwälder Porzellanfabrik nachgeahmt hat.

Die kommerziellen Interessen durch die steigende Konkurrenz der anderen Porzellanfabriken stiegen, man kämpfte um die gediegenen Formen und das Dekorniveau der Malerei. Das Pirkenhammer Porzellan verlor allmählich seinen künstlerischen Wert, die Produkte waren oberflächlich gestaltet und hatten einen billigen Dekoreffekt. Das einzige, das in diesen traurigen Verhältnissen über Durchschnitt überragte, ist die vollkommene Zusammensetzung und Qualität der Porzellanscherben und auch eine hervorragende Formgebung. Für diese vorteilhafte Eigenschaft haben dann manche Pirkenhammer Produkte auf der Weltausstellung in Wien im Jahre 1873 große Anerkennung bekommen.