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Burgstätte und Burg in Cheb 

Der Standort ist Bestandteil des heutigen Areals der Egerer Burg, die noch im Mittelalter jüngere Umgestaltungen erfuhr, jedoch vor allem durch den radikalen Eingriff nach dem Jahre 1652, als die Burg in eine Zitadelle verwandelt und mit einer Ziegelmauer mit Kasematten umgeben wurde. Als solche ist sie nach Bezahlung des Eintrittsgeldes zugänglich.

BurgAuf einem dreißig Meter hohen Felsen oberhalb der Flussbiegung der Eger befand sich bereits im 9. Jahrhundert eine nicht allzu große slawische Burgstätte (etwa 200 x 150 Meter). Sie wurde durch einen Burgwall mit einer Rostkonstruktion und einem inneren und äußeren Graben mit einer Palisade geschützt. Über ihre Gestalt, ebenso über die Gestalten der weiteren Entwicklungsphasen der Egerer Burg können wir uns vor allem aufgrund der zahlreichen archäologischen Erforschungen eine Vorstellung machen, die hier bereits seit dem Jahre 1911 erfolgten. Der erste Archäologe war hier Julius Ernst Jonas, gefolgt in den Jahren 1932–1934 von Oskar Schürer, jedoch hauptsächlich in den Jahren 1962–1964 von Antonín Hejna und in jüngerer Zeit Pavel Šebesta.

BurgInnerhalb der Burgstätte befand sich eine Skelettbestattungsstätte, die im östlichen Teil der späteren mittelalterlichen Burg entdeckt wurde. Bei den Skeletten, die mit dem Kopf nach Westen ausgerichtet waren, wurden keine Gaben gefunden, was wir als weiteren Beweis der fortgeschrittenen Christianisierung erachten können. Lediglich verstreute Bruchstücke der Burgstättenkeramik und silberne s-förmige Ohrringe ermöglichten die Bestimmung des Friedhofes als slawische Begräbnisstätte aus der Zeit zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert. Auf drei von acht freigelegten Grabsteinen ist ein bescheidenes Kreuz eingemeißelt, welches beweist, dass die hiesigen Slawen bereits im 10. Jahrhundert Christen waren. Der Friedhof war von der besiedelten Fläche 8 Meter durch einen breiten Graben abgetrennt.  
Dieser Graben wurde bei der archäologischen Forschung auf der westlichen Seite des Friedhofes entdeckt, der als einziger erhalten blieb, da die übrigen Randteile des Friedhofes durch die mittelalterliche Bautätigkeit zerstört wurden.

BurgAuf der gesamten Fläche der etwa 2,5 ha großen Burgstätte kann man in geringer Tiefe auf eine schwarze Kulturschicht mit typischer Burg Wallkeramik mit eingravierten Wellenlinien stoßen. Auf dem Felsausläufer wurden ferner mehrere vertiefte Wohnobjekte und ein Blockhaus gefunden. Auf dem nördlichen Gipfel des Felsausläufers, an der bestgeschützten Stelle, wurde einst zu Beginn des 12. Jahrhunderts eine Steinburg errichtet, von der die Fundamente der 180 cm starken Steinmauer gefunden wurden, an deren beiden Enden die Fundamente achteckiger Türme mit einem Durchmesser von 8 bis 10 Metern befindlich sind. Vom benachbarten slawischen Friedhof waren sie 12 Meter durch einen breiten Graben getrennt. 

Die Besetzung der Burgstätte verlief wahrscheinlich nicht ohne Gewalt. Neben den Fundamenten beider Türme wurden Reste zerstörter Holzbauten mit Burgstättenmaterial gefunden, die offensichtlich verbrannt waren. Die Entstehung dieser Burg wird gewöhnlich mit der Ankunft der ersten deutschen Kolonisten aus Schwaben in Verbindung gebracht. Nach Ansicht einiger Historiker soll der Bauherr dieser Burg um das Jahr 1125 Děpold II. von Giengen und Vohburg, der spätere Gründer des Klosters in Waldsassen (1133) gewesen sein.
Vor dem Ende des 12. Jahrhunderts wurde der Bau einer Stauferpfalz in Angriff genommen, die eine grundlegende Änderung der Gestalt und auch der Funktion der Burg bedeutete. Beide alten Türme und die Mauer der Vorstauferburg wurden abgerissen, ebenso wurde der Graben zwischen der Mauer und dem älteren slawischen Friedhof zugeschüttet.  
Nicht nur auf den ehemaligen Friedhof, sondern auch über die unscheinbaren Reste der Fundamente der ersten Burg wurde eine Schicht sterilen gelben Tons aufgebracht, um das Andenken an die früheren Bewohner zu verdecken. 

Man kann sagen, dass die Stauferburg auf der grünen Wiese entstand, besser gesagt, auf planiertem Gelände. Keines ihrer erhalten gebliebenen Bauwerke respektierte nämlich die Existenz eines älteren Bauwerkes. Direkt auf den Fundamenten des südlichen Vorstauferturms steht der romanische sog. Bergfried, bekannt als Schwarzer Turm. Im nördlichen Hang über dem Fluss ragt das mächtige Gebäude des Repräsentationspalastes mit fünfteiligen Arkadenfenstern in der Nordwand empor. Neben dem Palast ist das schönste und besterhaltene Bauwerk, die doppelte mehrgeschossige Kapelle, die den Heiligen Martin, Erhard und Ursula geweiht wurde.