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Kloster Tepl als Wallfahrtsort 

Kloster TeplTepl ist vor allem durch das hiesige Prämonstratenserkloster berühmt, das hier im Jahre 1193 vom böhmischen Adligen Hroznata gegründet wurde, der kurz darauf Prämonstratenserbrüder aus dem Prager Strahov hier her berief. Hroznata stammte aus einem namhaften böhmischen Adelsgeschlecht ab und nahm den Rang eines militärischen Befehlshabers der Grenztruppen auf dem Gebiet von Tepl und Chodau (Chodov) ein. Die Gründung des Klosters hängt eng mit einem Kreuzzug von Heinrich VI. ins Heilige Land zusammen. Im März des Jahres 1188 gelobte Hroznata, sich an diesem Kreuzzug zu beteiligen. Im April des Jahres 1191 wurde er vom Papst zusammen mit weiteren Adligen seines Gelübdes zur Teilnahme am Kreuzzug entbunden. Als Ersatz hierfür gelobte er ein Kloster zu gründen.
Tepl – Kirche „Verkündung des Herrn“Zur Jahrhundertwende trat Hroznata der Tepler Kanonie bei und wurde Mitglied des Ordens. Sein Ordensgewand nahm er aus den Händen von Papst Innoncence III. entgegen. Als Gründer des Klosters war er auch weiterhin Verwalter der klösterlichen Besitztümer. Auf einer seiner Grenzpatrouillen entlang der Herrschaftsgrenzen wurde er von Raubrittern gefangen genommen, die ein Lösegeld zu seiner Freilassung verlangten. Hroznata gestattete dem Abt des Klosters jedoch nicht, das Lösegeld zu bezahlen. Am 14. Juli 1217 erlag er den erlittenen Qualen. Die schon damals traditionelle Achtung gegenüber Hroznata wurde durch seine Seligsprechung am 16. September 1897 nur noch bestärkt. Bis heute wird so am 14. Juli die Seligsprechung des Hroznata gefeiert. Im September 2004 wurde sein Kanonisationsprozess eingeleitet.
Kloster TeplIm Jahre 1950 wurde das Kloster, genauso wie andere Stifte und Klöster in der sozialistischen Tschechoslowakei auch, aufgelöst und diente 28 Jahre lang als Kaserne der tschechoslowakischen Volksarmee. Nur die Kirche und Bibliothek wurden ab 1958 zu touristischen Besichtigungen zugänglich gemacht. Auch nach dem Weggang des Militärs verfielen die Gebäude weiter. Erst im Jahre 1990 erhielt der Prämonstratenserorden das durch die jahrzehntelange Vernachlässigung schwer beschädigte Kloster zurück. Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des Klosters Tepl im 20. Jahrhundert zählt P. Hermann Josef Tyl (1914 - 1993). Nach der Aussiedlung der deutschen Ordensmitglieder im Jahre 1946 gründete er in Tepl eine tschechische Gemeinde und wurde Prior des Klosters. Tyl, ein ehemaliger politischer Häftling in den Konzentrationslagern in Auschwitz und Buchenwald, widmete all seine Kräfte der Neugeburt einer Gemeinde, der Erneuerung des geistlichen Lebens und der Reorganisation der vom Krieg zerrütteten Klosterwirtschaft und nach der Zwangsaussiedlung der deutschen Bevölkerung auch der Neubesiedlung der Region. Er verhinderte die Konfiskation des Klosters und erreichte die Entlassung der deutschen Ordensbrüder aus der Haft und ihren Abtransport nach Deutschland.
Tepl – Kloster, HospizNach dem Februar 1948 nahm das kommunistische Regime seinen erbitterten Kampf gegen die Kirche und besonders gegen die geistlichen Orden auf. Das Eigentum des Klosters wurde verstaatlicht und Hermann Josef Tyl gemeinsam mit den anderen Ordensbrüdern verhaftet. Prior Tyl brachte viele Jahre in Gefängnissen und KZ’s zu, diesmal erwartete ihn ein kommunistisches Konzentrationslager. Im Jahre 1988, also noch in tiefer Illegalität, wurde er still und heimlich zum Abt der Kanonie des Klosters Tepl ernannt. Im Dezember 1989 zelebrierte Abt Hermann Josef Tyl die erste heilige Messe in seinem Kloster und eröffnete so ein neues Kapitel im Leben der Prämonstratenser von Tepl. Durch Gesetz vom 19.7. 1990 erhielten die Prämonstratenserbrüder das Kloster offiziell zurück.