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Sokolov - Schloss, Rathaus 

Schloss

Sokolov - Schloss, RathausEine befestigte Siedlung an der Stelle des heutigen Schlosses Sokolov (Falkenau) entstand an einer wichtigen Kreuzung von Handelswegen - des wichtigeren sog. Erfurter Weges, der von Mitteldeutschland über Graslitz (Kraslice) und Zwodau (Svatava) führte sowie des Handelswegs von Eger (Cheb) nach Elbogen (Loket) und weiter nach Prag. 

Ein erster schriftlicher Hinweis auf Sokolov ist der vom 13. April 1279, wo in Zusammenhang mit gewissen Geschäftsverhandlungen die Brüder Notthafft (Nothaft) erwähnt werden, die das Prädikat "von Sokolov" ("de Walchenawe") verwenden. Schon damals stand hier offensichtlich eine als Herrensitz dienende Wasserfeste, die durch archäologische Erkundungen belegt ist. Sie bestand aus einer runden Burgmauer, die einen rechteckigen Wohnpalast umschloss. Im Jahre 1339 veräußerten die Notthafft die Herrschaft an die Familie Winkler und von dieser gelangt der Besitz im Jahre 1366 unter die Verwaltung der königlichen Kammer. Die Hussitenkriege gingen an der Stadt vorüber, nach deren Beendigung erwarb Kaspar Schlick im Jahre 1434 die Herrschaft Sokolov von Kaiser Sigismund. 

Die Grafen Schlick bauten die Feste im Jahre 1480 zu einer Burg mit rechteckigem Grundriss und vier Ecktürmen um, die die Grunddispositionen des heutigen Schlosses vorherbestimmten.
Letzter Herr von Sokolov aus dem Schlick-Geschlecht war Johann Albin, der zusammen mit seinem Bruder Joachim Andreas von Schlick im Jahre 1618 zu der Anführung des böhmischen Ständeaufstands gehörte. Nach der Niederschlagung des Aufstands in der entscheidenden Schlacht am Weißen Berg vom 8. 11. 1620 musste Johann Albin von Schlick ins Ausland fliehen und sein Bruder Joachim Andreas von Schlick wurde gar am 21. 6. 1621 auf dem Altstädter Platz in Prag öffentlich hingerichtet. Noch im Jahre 1621 wurde den Grafen Schlick die Falkenauer Burg einschließlich samt der gesamten Herrschaft konfisziert und 1622 an die Adelsfamilie Nostitz verkauft – ein namhaftes und den Habsburgern loyal ergebenes Geschlecht.

Für die gesamte Dauer des Dreißigjährigen Krieges kam die Falkenauer Burg treu ihrer militärischen Rolle als Schutzburg für die Stadt nach. Durch Falkenau/Sokolov oder die Herrschaft zogen Truppen aller möglichen beteiligten Seiten – das Ständeheer, kaiserliche und sächsische Truppen, die bayrische Armee und zuletzt die Schweden, die Falkenau und die beschädigte Burg im Jahre 1648 brandschatzten. Die Falkenauer Burg lag nach all diesen Angriffen nahezu in Ruinen, deshalb ließ sie ihr damaliger Besitzer Johann Hartwig Nostitz in ein bequemes Schloss mit Spätrenaissance-Formen umbauen. In den Jahren 1659-1663 kam es dann zum entsprechenden Umbau. 

Um das Jahr 1730 wurde die Umgebung des Schlosses im Stil eines französischen Gartens mit üppigem Skulpturenschmuck umgestaltet. Im Jahre 1742 wurde das Schloss im Zuge des Österreichischen Erbfolgekrieges von den Franzosen besetzt, im Jahre 1762, d.h. im Siebenjährigen Krieg, wurden Stadt und Schloss dann von den Preußen geplündert. In den Jahren 1800-1805 ließ der aufgeklärte Graf Friedrich von Nostitz-Rieneck das Schloss gründlich renovieren und im klassizistischen Baustil umbauen. Zu geringeren baulichen Veränderungen kam es auch im Jahre 1870 und im Jahre 1880 wurden die alten Dächer der Schlosstürme abgerissen und durch neue ersetzt, die bis heute bewahrt blieben. 

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt es zur schrittweisen Verkleinerung und Liquidierung des Schlossparks und des Wildgatters um das Schloss herum und so wandelt er sich nach und nach zum Stadtpark. Im 2. Weltkrieg werden in den Kellerungen des Schlosses zwei Luftschutzbunker eingerichtet. Im Jahre 1945 wird den Nostitz das Schloss unter Berufung auf die sog. Beneš-Dekrete konfisziert. Für ein paar Monate schlug das Oberkommando der amerikanischen Armee, die Falkenau befreit hatte, ihr Quartier im Schloss auf. 

In den 50. Jahren diente das Schloss als Kaserne für die tschechoslowakische Volksarmee, die es auf erhebliche Weise ramponierte. Ein Teil des Mobiliars „kam einfach abhanden“, anderes wurde zerstört und viele Gegenstände wurden in andere Kulturinstitutionen überführt. Ein Teil der Schlossbibliothek und sämtliche Ausstattungsgegenstände der Kappel wurden glattweg verheizt. In den 60. Jahren begann man mit der schrittweisen Renovierung des Schlosses, die Kreisbibliothek zog ins Schloss ein und im Jahre 1960 wurde hier das Bergbaumuseum von Falkenau eröffnet. In den 70. Jahren führte man Reparaturen der Fassaden und Interieure durch und die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Schlosses wurden zur Verwendung als Trausaal und repräsentativen Zwecken adaptiert. Diese Sanierungsarbeiten wurden jedoch ziemlich mangelhaft ausgeführt und ließen der historischen Bedeutung des Gebäudes entsprechendes Feingefühl vermissen. 

Im Jahre 1982 wurde das Museum zum Stadtmuseum umfunktioniert, ab 1984 hat es das Statut eines Kreismuseums. In den Jahren 1993 – 1994 wurde das Schloss einer Generalreparatur unterzogen. Diese letzte Reparatur respektierte bereits voll und ganz die klassizistische architektonische Prägung vom Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Die Schlossfassaden bekamen ihre charakteristische Ziegelfarbe zurück, die Fensterlaibungen und Portale hingegen wurden weiß hervorgehoben. Im Verlauf der Reparatur- und Sanierungsarbeiten fanden auch archäologische Erkundungen statt, die Tatsachen an den Tag brachten, die unsere bestehenden Vorstellungen von der Entwicklung des Falkenauer Herrensitzes in mancher Hinsicht vertieft und grundsätzlich beeinflusst haben.

Rathaus

Sokolov - Schloss, RathausDas Renaissance-Gebäude am historischen Marktplatz wurde im Jahre 1540 erbaut, bei einem Umbau nach einem Brand in den 30. Jahren des 17. Jahrhunderts bekam es im Prinzip sein heutiges Aussehen. Das einstöckige Gebäude weist mit seiner Eingangsfront zum Alten Platz. An seiner Vorderfront blieb ein Portal im Gotik-Renaissance-Stil bewahrt, dessen Eckzwickel mit Medaillons verziert sind. Am Türsturz befindet sich eine verkehrte Abbildung des Stadtwappens (der Falke sitzt anstatt auf dem Dreierhügel auf einem aus einem Baustumpf schlagenden Ast). Die Fenster über dem Portal sind Drillingsfenster, alle anderen Fenster im Erdgeschoss und im ersten Stock sind Zwillingsfenster. 

Vom Dachfirst ragte vordem ein kleines Türmchen auf, in das im Jahre 1794 aber ein Blitz einschlug. Nur der Tatsache, dass es sofort abgehauen wurde, war es zu verdanken, dass der Brand nicht auf die Stadt übergriff. Von weiteren Bränden blieb das Rathaus verschont. 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bekam die Rathausfront ihr klassizistisches Aussehen, darüber hinaus kam es zu gewissen dispositionellen Änderungen. Außer der Stadtschenke gab es hier auch eine Ratsstube, an die das Archiv anschloss.

Seinem Zweck diente das Rathaus bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, später wurde es Sitz der Generaldirektion der Montangesellschaft Sokolovská uhelná a.s., die das Gebäude im Jahre 1995 rekonstruieren ließ.

Legende: Vom Ritter Sebastian

Links:

http://www.sokolov.cz/
http://www.pruvodce.com/hrady_zamky_pamatky/detaily.php3?idn=161
http://www.zamky-hrady.cz/4/sokolov.htm