Skip Navigation Links
Navigationslinks überspringen
Česky
Deutsch
English
Español
Français
Italiano
Pусский
Navigationslinks überspringen
Kulturdenkmale A - J
Kulturdenkmale J - N
Kulturdenkmale O-Ž
Karte der Sehenswürdigkeiten
Denkmalschutzgebiete
Aussichtstürme
Wallfahrtsorte
Šindelová - Hochofen 

Šindelová - HochofenErste Vermerke über den Ort Šindelová (Schindlwald) stammen aus dem Jahre 1480, als in der Gegend von Krásná Lípa (Schönlind) die Wachtfeste "Hradiště" zum Schutze der Zinnstraße zwischen Frühbuß (Přebuz) und Heinrichsgrün (Jindřichovice) errichtet wurde. 

Um das Jahr 1512 siedelten sich hier 6 Familien an. Im Jahre 1520 ist schon von der Siedlung „Hradiště bei Schönlind“ die Rede und im Jahre 1527 fällt der Ort offiziell den Schlicken von Heinrichsgrün zu, die jedoch für gewisse Zeit von den Ritter von Gloeben abgelöst werden, nach 1589 treten aber erneut die Schlicken an, die die gesamte Gegend bis zur Konfiszierung im Jahre 1648 beherrschen. Von 1678 bis 1680 gewinnt der kaiserliche General Otto von Nostitz das Gebiet von Heinrichsgrün (Jindřichovice) und Graslitz (Kraslice) zu seinen Gütern. Dieses Adelsgeschlecht bleibt hier bis 1945. Im Jahre 1561 werden in der Siedlung 3 Hämmer und 1 Schmelzofen errichtet. 

Im Jahre 1836 begann der Bau des größten Eisenhüttenwerks in der Region. Nach seiner Fertigstellung standen hier ein großer Hochofen, drei Hammerwerke, eine Verzinnerei, Gießerei, Walzerei und eine Werkstatt zur Herstellung von Gießkernen. Zum Antrieb dienten drei Mühlräder und die damals zweitgrößte Dampfmaschine in Österreich-Ungarn. Hier fanden zwei Weltpatente Anwendung: das Verzinnen, später das Verzinken und die fortlaufende Gravur. Erstmals erfolgt hier auch die Verarbeitung von Schlacke zu Formsteinen. Die Weltwirtschaftskrise von 1933 ging mit Streiks und sozialen Unruhen einher, die auch die hiesigen Eisenhüttenwerke erschütterten. Aufgrund dieser Erfahrungen wichen diese teilweise auf andere Produktionsstandorte aus.

Im Jahre 1938 lebten in der Gemeinde 3 848 Einwohner. Nach 1938 wird hier die NSDAP gegründet. Der beginnende Krieg und die Annektierung der Sudeten im September 1938 trugen dazu bei, dass die hiesigen Betriebe auf die Rüstungsproduktion übergingen. Im Jahre 1942 wurde hier ein Außenlager des Frauenkonzentrationslagers Svatava für 75 Frauen eingerichtet. Das Nachkriegsjahr 1945 brachte die Zwangsaussiedlung mit sich, in einem Zuge mit den Geschehnissen in Krásná Lípa. In den folgenden Nachkriegsjahren kam es dann zur allmählichen Neubesiedlung des Ortes. Ein Teil der Walzwerksanlagen wurde demontiert, die Maschinen wurden in die Slowakei abtransportiert.

Der Hochofen – eines der Objekte der einstigen Eisenhüttenwerke – ist heute technisches Kulturdenkmal.

Links:

http://www.volny.cz/ou_sindelova/