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Ostroh – Burg Seeberg 

Ostroh – Burg SeebergDie auf einem hohen, felsigen Bergsporn über einem Bach aufragende Burg Seeberg (daher ihr Name) wurde wohl bereits um das Jahr 1200 als Sitz von Ministerialen gegründet, die zur Kaiserpfalz in Eger (Cheb) gehörten. Dieser Bergsporn war wohl schon in der Urzeit besiedelt, als sich hier eine Burgstätte mit Schutzwall und zwei Quergräben befand, deren Gemäuer wohl zum Bau der späteren romanischen Burg verwendet wurden. Eine erste schriftliche Notiz über die Burg stammt jedoch erst aus dem Jahre 1322, als sie als Teil eines Pfands der Stadt Eger/Cheb an den böhmischen König Johann von Luxemburg erwähnt wird.

Die Verwaltung der Herrschaft und die Besitzrechte zur Burg hatte die Stadt Eger bis zu dem Zeitpunkt inne, als sie König Sigismund von Luxemburg im Jahre 1434 seinem Kanzler Kaspar von Schlick, einem aus Eger stammenden Patrizier schenkte. Als im Jahre 1461 der Egerer Ratsherr Kaspar Juncker Seeberg erwarb, war die Burg schon ziemlich verfallen. Nach dem Tode seiner Erben ging die Burg im Jahre 1497 in den Besitz der Gebrüder Konrad und Jost von Neuberg (Neiperg) über. Konrad führte einen langjährigen Kleinkrieg mit seinem Nachbarn Jorg von Zedwitz, dem Besitzer der nahen Burg Liebenstein (heute Libá), der einen großen Teil der Seeberger Herrschaft plünderte.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Seeberg im Jahre 1648 von den Truppen des schwedischen Generals Königsmark erobert und im Zuge der Besetzung geplündert und gebrandschatzt. Deshalb musste die Burg nach dem Weggang der Schweden von ihrem damaligen Besitzer, Veit Dietrich von Steinheim repariert werden. Nach dem Tode des letzten männlichen Erben fiel die Burg als Heimfall der böhmischen Krone zu und Kaiser Leopold I. überließ sie im Jahre 1664 seinem Geheimrat, Kammerherrn und obersten Kanzler Johann Hartwig, Freiherr von Nostitz. Ab 1703 ist die Burg Seeberg im Besitz der Stadt Eger/Cheb.

Die Burg hat eine zweiteilige Disposition. Die Vorburg und den eigentlichen Burgkern trennt ein tiefer Burggraben, der über eine Zugangsbrücke überwunden wird. Die romanische Burg umlief an ihrer Vorderseite eine bis heute bewahrt gebliebene Burgmauer (mit dem heutigen Innentor), an welche an ihrer nordöstlichen Ecke ein turmartiger Bau anschloss. Der An- und Ausbau der gotischen Burg knüpfte an den vorderen Teil der urspr. Burg an, indem ein neues Tor mit Durchfahrt vorgesetzt wurde, sowie durch einen an der Südseite situierten Palast. Vor der östlichen und südlichen Außenmauer befand sich darüber hinaus ein Zwinger und der hintere Felssporn war durch einen dritten Graben mit Fallbrücke getrennt.

Die Bebauung in diesem hintersten Teil der Felszunge verschwand jedoch offensichtlich im Zusammenhang mit dem Renaissance-Umbau der Burg völlig. Zu diesem kam es im 16. Jahrhundert unter den Neubergern. Damals ebnete man das Gelände der hinteren Felszunge ein und schüttete auch den dritten Burggraben zu, im östlichen Teil des Zwingers wurde ein neuer Flügel errichtet, das den nördlichen Turmbau mit dem Südpalast verband. In Richtung Burghof wurde dieser Flügel mit Renaissance-Arkaden versehen.

Nach dem Einfall der Schweden wurde die Burg offensichtlich nur ausgebessert, später wurden die Burggebäude um ein Stockwerk erhöht. Die alte Fallbrücke wurde in den Jahren 1724-1726 abgerissen und durch eine neue mit gemauerten Pfeilern ersetzt. Die Stadt Eger/Cheb nutzte die Burg dann vorwiegend zu wirtschaftlichen Zwecken. Um das Jahr 1800 wurde der Turm über dem Tor zur Vorburg abgerissen und auch der große äußere Burggraben wurde zugeschüttet. Die baulichen Veränderungen in den Jahren 1905-1915 retteten die Burg vor dem völligen Ruin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der bauliche Zustand der Burganlage wieder vernachlässigt.

Die Mitte der 70. Jahre des 20. Jahrhunderts eingeleitete Gesamtrestaurierung der Burganlage wurde 1990 vom Stadtmuseum in Franzensbad/Františkovy Lázně fertiggestellt, anschließend wurde die Burg feierlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Burgpalast wurde eine Ausstellung installiert, die der Stilentwicklung der Interieurgestaltung im 19. Jhd. gewidmet ist – vom Empire bis zum Chippendale im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts. Im ältesten Teil der Burg sind eine ursprüngliche Schwarze Küche und der Rittersaal (Trausaal) zu besichtigen. In der Vorburg ist eine Ausstellung der volkstümlichen Architektur als Freilichtmuseum installiert, in welcher die Ausstellung „Das Leben der Dorfbevölkerung in Nordwestböhmen“ zu sehen ist.

Links:

http://hrady.dejiny.cz/ostroh/index.htm
http://www.seeberg.cz