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Loket – Burg, städtisches Denkmalschutzgebiet 

Geschichte und Gegenwart

Loket MarktplatzDie Stadt entstand um 1240 unter der Herrschaft von Wenzel I. aus der Vorburg einer festen Königsburg gleichen Namens mit romanische Rotunde wohl schon aus dem dritten Viertel des 12. Jahrhunderts, die auf einem ausgeprägten, von einer scharfen Flussbiegung der Eger/Ohře umschlossenen Bergsporn erbaut wurde. Die Burg Neudek gewann namentlich nach 1230 an Bedeutung, als der Sitz des Kreisamtes aus Sedlec hier her umzog, wodurch auch die Stadt Loket/Elbogen selbst emporkam, da Burg und Stadt später einen einzigen Wehrkomplex bildeten. Auch das einzige Stadttor wurde von Burglehnsmännern gehütet. Das System der Lehensgüter, das sich unter der Herrschaft von Přemysl Ottokar II. ringsum die Burg bildete, machte aus dem Elbogener Kreis ein besonderes Gebilde. Unter der Herrschaft von Přemysl konnte die Stadt ihre Stellung weiter festigen, wobei sie in wirtschaftlicher Hinsicht vor allem Nutzen aus seiner günstigen Lage am Handelsweg von Cheb/Eger und Kraslice/Graslitz über Žlutice/Luditz oder Kadaň/Kaaden nach Prag zog. In der Epoche der Luxemburger war Elbogen mehrmals zeitweilige Residenz von Mitgliedern der Königsfamilie. Die Stadt wurde ein paar Mal von Johann von Luxemburg besucht, im Jahre 1319 suchte hier dessen Gattin Eliška Přemyslovna mit dem Königssohn Wenzel – dem jungen Karl IV. Schutz, der hier auf Befehl seines Vaters zwei Monate lang in Arrest war. Im Jahre 1337 erteilte der König der Stadt Loket die gleichen Rechte wie anderen Königsstädten auch. Auch der inzwischen erwachsene Karl IV. kam gern hier her, schon wegen des hiesigen Wildgatters.

LoketDas Loket zu den festesten Städten in Böhmen und sogar im ganzen Mitteleuropa gehörte, zeigte sich unter anderem im Krieg Wenzel IV. mit Ruprecht von der Pfalz in den Jahren 1406 - 1407. In der vorhussitischen Zeit beteiligen sich die Elbogener ein paar Mal zusammen mit Egerer Truppen an Straffeldzügen gegen Raubritter. Die Stadt unterstand der Egerer Gerichtsbarkeit und war selbst Berufungsinstanz für die Städte Bečov, Kraslice a Ostrov. Zur Hussitenzeit behauptete in Loket das Patriziat seine Machtstellung und so blieb die Stadt sowohl dem Katholizismus als auch König Sigismund treu. Puta von Ilburg, der Burggraf der Burg Loket (Neudek) stellte sich an die Spitze des Widerstands des gesamten Elbogener Kreises gegen die Hussiten. Im Jahre 1434 verpfändete König Sigismund Burg Loket (Neudek), die Stadt Loket/Elbogen, den Rang des königlichen Burggrafen und nahezu den gesamten Elbogener Kreis seinem Kanzler Kaspar Schlick als Entgelt für dessen finanzielle Unterstützung in den Hussitenkriegen. Die Schlicks beherrschten danach den größten Teil des Elbogener Kreises mit gewissen Unterbrechungen bis 1547, lange Zeit rebellierten sie aber gegen die böhmischen Könige und 1471 versuchten sie gar, den Elbogener Kreis an die Sachsen zu veräußern und sie hiermit der böhmischen Krone zu entwenden. Sogar die Elbogener Bürger selbst stritten mit ihnen – vor Gericht aber auch mit dem Schwert, um nicht zu ihren Erbuntertanen zu werden. 

Im Jahre 1547 hielt die Stadt König Ferdinand die Treue, obwohl die Mehrheit der Stadtbewohner nichtkatholisch war und dies zahlte sich aus. Obwohl 1551 - 1562 Loket/Elbogen immer noch den Herren von Plauen verpfändet war, gelang es den Elbogener Bürgern im 16. Jahrhundert für 30 tausend Taler die Elbogener Burggrafschaft samt aller Güter und den Herrschaften Kynšperk/Königsberg, Hartenberg und Luby/Schönbach zu gewinnen. Im Jahre 1598 ging der Pfandgegenstand ganz und gar in die Hände der Stadt über, wodurch Loket wieder zur freien Königsstadt und zum Besitzer ausgedehnter Herrschaften wurde. Schon im Jahre 1547 erwarb Loket/Elbogen das Recht, einen Jahrmarkt abzuhalten, im Jahre 1561 wurde sein Wappen aufgebessert und die Stadt bekam das Recht mit rotem Wachs zu siegeln, im Jahre 1562 konnte sie einen Teil der Erträge aus dem Elbogener Kreis einbehalten und es bekam die Schlüssel zum Stadttor.

Der Dreißigjährige Krieg wurde für die Stadt zur Katastrophe, nach ihm setzte der allmähliche Niedergang von Elbogen ein. Dies hing auch mit dem Niedergang des gesamten Elbogener Kreises zusammen, dessen großer Teil in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts an Žatec/Saaz fiel; in den Jahren 1714 - 1751 gab es den Elbogener Kreis gar nicht. Im Jahre 1725 wurde nahezu die gesamte Innenstadt von einer Feuersbrunst vernichtet. Als im Jahre 1751 der Elbogener Kreis wieder hergestellt und noch erweitert wurde, wurde die Stagnation der Stadt nur aufgehalten. Der Ruhm von Elbogen war endgültig dahin und im 1795 wurde die Burg Neudek gar in ein Gefängnis umfunktioniert. Gegen Ende des Feudalismus, als der Elbogener Kreis abgeschafft wurde, hatte die Stadt 279 Häuser und 2300 Einwohner.

Von den Industriebetrieben kam die Porzellanfabrik, die schon im Jahre 1815 von den Gebrüdern Haidinger gegründet und nahezu fünfzig Jahre lang verwaltet wurde, zu größtem Ansehen. Unter ihrer Leitung erreichte die Porzellanfabrik in den Jahren 1835 – 1840 in technischer und künstlerischer Hinsicht ihren absoluten Höhepunkt. Nach 1918 wurde die Porzellanfabrik zu einem Teil der Aktiengesellschaft Epiag. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es hier auch eine Glaswarenfabrik, die vielen Einwohnern ihren Lebensunterhalt sicherte. Ansonsten kam das Wachstum der Stadt auch dadurch zum Erliegen, da sich moderne Industrie eher in den umliegenden Städten ansiedelte, zum Beispiel in Kraslice, Sokolov, Karlovy Vary und in Cheb. Ab 1850 war die überwiegend verdeutschte Stadt Sitz des Gerichtsbezirks und in den Jahren 1855 – 1868 und 1913 - 1948 auch des politischen Bezirks, sodass die Stadt wuchs und im Jahre 1930 429 Häuser und 4000 Einwohner hatte.

Burg

Loket – BurgDie Anfänge der Steinburg wurden anfänglich auf die Regierungszeit von Přemysl Ottokar I. (1197-1230) datiert. Nach der Entdeckung einer romanischen Rotunde, die in ihrer architektonischen Lösung der ältesten böhmischen Bauart angehört, lässt sich die Gründung der Burg früher datieren – wohl auf das 3. Viertel des 12. Jahrhunderts. Von den ursprünglichen romanischen Bauten blieb namentlich die außergewöhnliche wertvolle Rotunde bestehen, des Weiteren die Grundmauern des Turmes und des Nordpalastes. Das heutige Aussehen der Burg ist im Prinzip das Ergebnis einer umfangreichen Erneuerung unter Wenzel IV., aus dem z.B. auch das sog. Markgrafenhaus hervorging. Zu einem weiteren Umbau kam es in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, der vor allem den Südpalast betraf, in dem unter der Herrschaft der Grafen von Schlick der Repräsentationssaal und das sog. Schlick-Archiv entstanden, das im Ostpalast errichtet wurde. Als äußerst nachteilig für die Burg erwies sich der Umbau der Burg zum Gefängnis, zu dem es am Anfang des 19. Jahrhunderts kam – der größte Teil der Gebäude wurde um ein Stockwerk herabgesetzt und einer der ältesten Teile der Burg – das sog. Felsgemach wurde völlig abgerissen. 

Im Jahre 1992 gelangte die Burg ins Eigentum der Stadt zurück. Derzeit findet seine umfangreiche Sanierung statt, die teilweise aus Finanzmitteln des Kultusministeriums mittels des Programms zur Regenerierung von städtischen Denkmalschutzgebieten und -zonen sichergestellt wird.

Legende: Über den verwünschten Burggrafen

Links:

http://www.loket.cz/ 
http://www.hrady.cz/index.php?OID=207
http://mujweb.cz/Cestovani/hrady/encyklopedie/loket.htm
http://hrady.dejiny.cz/loket/index.htm