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Královské Poříčí – dörfliche Denkmalzone 

Královské Poříčí – dörfliche DenkmalzoneDer Ort Královské Poříčí (Königswerth) liegt im Kreis Sokolov, am linken Ufer Eger/Ohře zwischen Sokolov und Loket nad Ohří. Er nimmt eine Fläche von 1 220 ha ein, wobei nahezu 80 % seiner Gemarkung vom Braunkohletagebau des Betriebs Sokolovská uhelná a.s. betroffen ist. Die Grenzen der Tagebaue Jiří und Družba haben sich dem Ort bereits auf 500 m genähert. In der Gemeinde war aber auch ein Untertagebergwerk des Sokolover Reviers in Betrieb – die Zeche Marie. Die Zeche war 100 Jahre lang in Betrieb, Anfang der 90. Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde der Abbau eingestellt. Nach der Auskohlung der betriebenen Tagebaue (Voraussetzung 2030 - 2040) sollen deren Restgruben geflutet und rekultiviert werden, wobei ein einige hundert Hektar großer See entstehen soll.

Královské Poříčí – dörfliche DenkmalzoneDie Entstehung von Königswerth/Královské Poříčí lässt sich annähernd auf die zwanziger und dreißiger Jahre des 13. Jahrhunderts datieren. Schon bald nach seiner Gründung bekam der Ort eine Kirche, die der damals äußerst populären heiligen Kunigunde geweiht wurde. Die außergewöhnliche, ja entscheidende Rolle, die die Kirche in der frühesten Geschichte des Ortes spielte, wird vom Umstand betont, dass drei Jahrhunderte lang keine anderen historischen Quellen über die frühe Geschichte von Königswerth/Královské Poříčí berichten, als diejenigen, die diese kirchliche Institution betreffen.

Der ursprüngliche deutsche Ortsname – Königswerth setzt sich aus den beiden Wörtern König und Werth zusammensetzt, wobei der zweite ein Gebiet am Wasser bedeutet. Zweifelsohne erinnert er daran, dass der Ort zum Gründungszeitpunkt zum Grund und Boden gehörte, der sich direkt in königlichem Besitz befand und dass er unter seiner Aufsicht besiedelt wurde. Erstmals wird Königswerth schriftlich in einer Urkunde aus dem Jahre 1240 erwähnt, in der böhmischer König Wenzel I. (1230 – 1253) dem von seiner Schwester Agnes gegründeten Orden der Kreuzherren mit dem Roten Stern das Patronat über die Kirche in Zettlitz/Sedlec und die Filialkirchen in Elbogen/Loket und Königswerth/Královské Poříčí überließ. Auch wenn diese Urkunde abhanden kam, wurden bei der Rekonstruktion der Kirche der Hlg. Kunigunde Anfang der neunziger Jahre des verg. Jahrhunderts romanische Elemente entdeckt, die dem Beginn des 13. Jahrhunderts entsprechen und somit eindeutig das außergewöhnliche Alter der Kirche der Hlg. Kunigunde bestätigen.

Die Kirche stand sicher nicht völlig einsam auf weiter Flur, aber eine erste Einwohnerliste ist erst im Elbogener Urbar aus dem Jahre 1522 enthalten, als Königswerth zu den größten Dörfern in der Herrschaft der Schlicken von Falkenau gehörte. Wo es Pfarren gab, entstanden bald auch die ersten Dorfschulen. Die Existenz einer Schule in Königswerth/Královské Poříčí wird amtlich erst durch einen Vermerk aus dem Jahre 1596 bestätigt, spätere Aktennotizen in historischen Quellen bestätigen, dass der regelmäßige Unterricht in der hiesigen Schule nicht einmal von den Konfessionsänderungen unterbrochen wurde. Bis in die siebziger Jahre des vorvergangenen Jahrhunderts blieb die Landwirtschaft einziger Lebenserwerb der hiesigen Einwohner.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften im Jahre 1850 wurde der Ort Königswerth/Královské Poříčí zur selbstständigen Ortsgemeinde ausgerufen. Damals büßte die Landwirtschaft bereits langsam ihre Vorrangstellung ein. Grund dafür waren die Braunkohlenflöze Joseph und Anton, ein bis dahin unberührter gewaltiger Naturreichtum, der sich direkt im Boden unter dem Dorf ausbreitete. 

Die erste Grube Meluzina (Windsbraut) hatte einen 26,5 m tiefen Schacht, 1867 wurde die Kohleförderung aus dem Joseph-Flöz in Betrieb genommen. Die weitere Entwicklung wurde auf rasante Weise beschleunigt, als am 19. September 1870 der Betrieb der so genannten Buschtiehrader Bahn aufgenommen wurde, die zwischen den Bahnstationen Eger/Cheb und Karlsbad/Karlovy Vary verkehrte. Im Jahre 1872 wurde in der Nähe der Bahnstrecke ein weiterer Schacht geteuft – der Schacht Bernard, dessen Förderschacht anfangs eine Tiefe von 75 m hatte. Schon im Jahre 1877 wurden aus diesem 5 370 t Braunkohle pro Jahr gefördert und 1880 sogar 20 610 t Braunkohle. Im Bemühen, eine weitere Steigerung der Förderung zu erzielen, wurde der Marienschacht I in eine Tiefe von 99 m geteuft, durch den das Flöz Anton abgebaut wurde und im Jahre 1898 wurde der 185 m tiefe Förderschacht Maria II geteuft, der das Flöz Joseph zugänglich machte.

Hier kam es aber zum ersten Durchbruch von Thermalwasser, der eine bis zu dreißigprozentige Einbuße der Ergiebigkeit der Karlsbader Kurquellen verursachte. Deshalb untersagt das Bergamt den weiteren Abbau im Flöz Joseph und dieses Verbot gilt bis heute. Das Flöz Anton (Antonín) hat eine durchschnittliche Mächtigkeit von 25 m. Während der hundertjährigen Existenz der Grube Marie wurden in den Jahren 1884 – 1991 39 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert.

Im Ort blieb einige von Bauten volkstümlicher Architektur des für das Falkenauer Gebiet (Sokolovsko) so charakteristischen vorerzgebirgischen Typs erhalten. Deshalb wurde der Ort zur dörflichen Denkmalschutzzone ausgerufen. Das Haus Nr. 11, ein einstöckiges Fachwerkhaus, gilt als wertvollstes Beispiel der hiesigen volkstümlichen Fachwerkarchitektur. Die zum Dorfanger weisende Hauptfront zieren im Erdgeschoss ornamentale Lisene, linkerhand des Giebels befindet sich eine segmentartig gewölbte Pforte, an die ein zweiflügliges Tor anschließt.

Eine weitere dörfliche Denkmalschutzzone ist auch Dolní Rychnov bei Sokolov mit einem Ensemble der Fachwerkarchitektur von Bauernhöfen und Wirtschaftsgebäuden.

Im Jahre 2007 siegte der Ort im regionsweiten Wettbewerb „Dorf des Jahres“ und errang das sog. „Goldene Band“.

Links:

http://www.kralovske-porici.cz/
http://www.knihovna.kvary.cz/Portal/webmladez/MENUS/Region/ves.htm#_KRÁLOVSKÉ_POŘÍČÍ_(okres