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Jáchymov 

Geschichte und Gegenwart

Jáchymov – Städtische DenkmalschutzzoneDie Stadt Jáchymov (St. Joachimsthal) ist eine der berühmtesten Bergstädte Europas. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden hier reiche Silberfundstätten entdeckt. Im Jahre 1516 gründete Stephan von Schlick dann anstelle der Ansiedlung Konradsgrün die Stadt Sankt Joachimsthal, das heutige Jáchymov. An der Wiege der Stadt standen zusammen mit der Renaissance auch der Humanismus und die Reformation. Die neugegründete Stadt wurde im Jahre 1520 zur königlichen freien Bergstadt erhoben. Die reichen Silberlagerstätten lockten zahlreiche Prospektoren und Bergleute aus Böhmen, Sachsen, dem Tirol und dem Rheinland an.

Die Anzahl der Einwohner schnellte in die Höhe, sodass der Ort schon zu Beginn des Jahres 1520 4 963 Seelen zählte, im Jahre 1533 gar schon 18 000. Im Jahre 1524 wurde in 613 Bergwerken und Stollen Silbererz gehackt. Der Gewinn aus allen Grubenbauen erreichte damals die Höhe von 166 023 Talern. Das Joachimsthaler Silber wurde auch gemünzt. In der Münze der Schlick-Grafen begann die Geschichte einer Münze, die ihrer Herkunft nach Thal, Joachimsthal, Thaler, Talero und Tolar genant wurde. Den Schlick-Münzen, wie der Joachimsthaler Taler genannt wurde, verdankt also auch der heute weltbekannte Dollar seinen Namen. Die reiche Bergstadt lockte aber auch viele Künstler, Medailleure und namhafte Gelehrte an. So wirkte in den Jahren 1527 - 1531 auch Georgius Agricola, der Begründer der modernen Mineralogie und Montanwissenschaft in St. Joachimsthal.

Jáchymov – Städtische DenkmalschutzzoneDie Stadt Jáchymov hütet bis heute einen wertvollen Schatz – die Bibliothek einer alten Lateinschule aus dem 16. Jahrhundert mit einer Reihe wertvoller Druckwerke mit Renaissance-Einbänden. An den Ruhm des Joachimsthaler Erzbergbaus knüpfte die Bergakademie in Joachimsthal an, die zur Jahreswende 1716-1717 durch kaiserliches Dekret gegründet wurde. Zu dieser Zeit wurde hier außer Silber auch schon Blei, Arsen, Kobalt, Nickel und in der Umgebung der Stadt auch Zinn abgebaut. Zu einem schicksalshaften Rohstoff sollte die Pechblende werden, die zur Gewinnung von Uranit diente. Mithilfe von Uranit färbte man Glas gelb und grün.

Die Herstellung von Uranfarben in einer staatlichen Fabrik verursachte einen neuen Aufschwung der Stadt. In dem bei der Farbherstellung anfallenden Abfall entdeckte das Ehepaar Curie dann die Elemente Polonium und Radium (1898). Auch die Entdeckung der Radioaktivität der Joachimsthaler Grubenwasser im Jahre 1905 trug ein Weiteres zur Renaissance des Weltrufes von Joachimsthal bei. Schon ein Jahr später wurde hier das erste radioaktive Heilbad – Radiumbad der Welt eröffnet.

Zu den bedeutendsten Baudenkmalen gehören heute die Pfarrkirche des Hl. Joachim, die Allerheiligen-Friedhofskirche, Rathaus, die alte Münze (heute Museum) und die Bürgerhäuser mit ihren schönen gotischen und Renaissanceportalen und -gewölben. Der historische Stadtkern wurde im Jahre 1992 zur Denkmalschutzzone ausgerufen. 

Kurwesen

Herzstück des Joachimsthaler Kurbetriebs ist die Zeche Einigkeit (Svornost), wo das heilsame Radonwasser gefasst wird und von wo es anschließend zum Balneotherapiebetrieb in die Kursanatorien abgeleitet wird. Die Zeche Svornost (Einigkeit) wurde nahezu in einem Zug mit Stadt Joachimsthal gegründet (1518), ihren Namen trug sie ab 1530. Sie ist das älteste, noch in Betrieb befindliche Bergwerk, nicht nur in Tschechien selbst, sondern wohl in ganz Europa. Im Laufe des 16. Jahrhunderts diente die Zeche zur Silbergewinnung.

Ab Mitte des 19. Jhds. lief ein anderes Mineral allen anderen den Rang ab – das Uranerz (Pechblende). Zum größten Aufschwung des Uranbergbaus kam es im Jahre 1945, dieser hielt bis 1962 an, als der Abbau schrittweise eingestellt wurde, weil sich die Vorräte erschöpft hatten. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellte man fest, dass einige der unterirdischen Quellen des Grubenwassers einen hohen Radongehalt auswiesen und dass das Wasser günstige und heilsame Wirkung bei verschiedenen Krankheiten oder Verletzungen zeigt.

Infolgedessen wurde im Jahre 1906 das erste Radonbad (zwei Wannen im Haus Nr. 282) gegründet, wozu man das Wasser aus den sog. Štěpové prameny in der Sohle Daniel beim Einigkeitsschacht verwendete. Anfangs wurde das Wasser in Bütten zum Heilbad geschleppt oder mit Fuhrwerken hergebracht, ab 1908 floss es dann schon in einer Wasserleitung zu den Kabinen, ab 1911 dann zu den Bädern im neu erbauten Kurhaus.

Weil sich die Kapazität dieser Quelle zu Beginn der 20. Jahre des vorvergangenen Jahrhunderts als unzureichend erwies, beschloss man, eine ergiebige Quelle von Radonwasser für den Kurbetrieb zu nutzen, auf die man im Jahre 1864 stieß, als man versuchte den Schacht Einigkeit von der 12. zur 14. Sohle zu teufen, wobei der ganze Schacht im gesamten Bereich zwischen der 12. Sohle und der Sohle Daniel absoff. Zu diesem Zweck wurden die abgesoffenen Räume im Jahre 1924 abgepumpt und der ganze Schacht wurde rekonstruiert, außerdem waren die grundlegenden technischen Objekte zur Fassung und Nutzung des Wassers aus der erwähnten Quelle zu errichten.

Aus Anlass des Besuchs von Marie Curie in der Zeche Einigkeit im Jahre 1925 wurde die Quelle charmant auf den Namen Curie-Quelle getauft. Diese Quelle wurde zur Hauptquelle von Radonwasser, das in den 60. Jahren zu Zwecken des Bäderbetriebs, d.h. bis zur Beendigung des Uranabbaus, verwendet wurde.

In Zusammenhang mit der geplanten weiteren Entwicklung des Heilbads wurde zu gleicher Zeit entschieden (zu Beginn der 60. Jahre), die Zeche Einigkeit mit den Schächten Einigkeit und Josef auch nach Einstellung der Uranförderung weiterhin zur Fassung und Förderung des hiesigen Radonwassers zu nutzen. Zu diesem Zweck wurden in den Jahren 1962-64 notwendige Erkundungsarbeiten durchgeführt, die den Bau von Druckdämmen beinhalteten, mittels derer man den Schacht Eintracht von den sonstigen, zum Überfluten bestimmten Teilen der Lagerstätte trennte. Gleichzeitig erfolgten umfangreiche hydrologische Erkundungen, bei denen man in der 12. Sohle des Einigkeitsschachtes weitere Radonwasser-Quellen fand und zwar die Quelle C1 (1960) und die Quelle Běhounek (1962). Nach Beendigung all dieser Sicherungs- und Erforschungsarbeiten wurde die Zeche Svornost am 1.4.1964 dem Staatsbad Jáchymov übergeben.

In den vergangenen 40 Jahren kam es unter anderem zu einer umfangreichen Rekonstruktion des Josef-Schachts (1983-87) und des Schachtes Svornost (1992-96), im Jahre 2000 wurde eine neue Quelle angebohrt, die den Namen Agricola bekam. Derzeit werden in der 12. Sohle des Schachtes Svornost in einer Tiefe von 500 m unter der Erdoberfläche insgesamt 4 Quellen genutzt.

Lehrpfad „Joachimsthaler Hölle“

Auf dem Gebiet von Jáchymov und Horní Slavkov wurden in den Jahren 1949 - 1953 18 Strafgefangenenlager gegründet. Diese Lager füllten sich schnell mit Häftlingen, die zur Schwerstarbeit in den Bergwerken gezwungen wurden. Die Häftlinge wurden von ihren Wächtern häufig in ihrer Überzeugung bestätigt, dass Sie lediglich „Mukl“ seien – die tschechische Abkürzung der Bezeichnung „Zur Liquidation bestimmte Männer“. Es gilt als erwiesen, dass bis 1961 an die 65 000 Menschen in diesen Lagern interniert waren. In nicht ganz 15 Jahren wurden an die 7,940 Tonnen Uran gefördert und 1.102,9 km Stollen aufgefahren.

Der Lehrpfad wurde in Zusammenarbeit mit dem Bergmannsverein Barbora Jáchymov, dem Kreisklub Tschechischer Touristen, dem Stadtämtern von Jáchymov und K. Vary, und dem Bezirksamt K. Vary, Zweigstelle KPV K. errichtet. Der Lehrpfad ist ca. 8,5 km lang. Er folgt dem gelben Wanderzeichen der normalen Wanderwegmarkierung. Zum Lehrpfad gelangt man aus Jáchymov, von der Kreuzung Abertamy (auf dem Weg in Richtung Mariánská), vom Erholungszentrum Eduard, von Barbora (auf dem Waldweg ins Tal des Baches Eliášský potok), aus Mariánská (bachaufwärts am Eliášský potok).

Legende: Mitternachtsreiter in der St. Joachimskirche

Links:

http://www.jachymov.cz
http://hrady.dejiny.cz/freudenstejn/index.htm
http://www.mestojachymov.cz
http://www.info-jachymov.cz
http://www.laznejachymov.cz