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Dlouhá stoka - Flossgraben 

Dlouhá stoka - FlossgrabenDer Kunstgraben „Dlouhá stoka“ ist ein Wasserkanal, der einen großen Teil des Kaiserwaldes/Slavkovský les durchschneidet. Er fließt aus dem Kladský rybník (Königsteich) in einer Meereshöhe von 820 m, ist 24,2 km lang, hat eine trapezförmigen Querschnitt und eine Breite am Grund von 1,2 bis 3 m. Er ist mit Steinen ausgelegt und fließt annähernd von westlicher in östliche Richtung. Sinn und Zweck des Kunstgrabens war es, die Zinngruben in Horní Slavkov (Schlaggenwald) und Čistá (Lauterbach), wo sich eine der größten Zinnlagerstädten Europas befand, mit Wasser zu versorgen. 

Um den Bau des Flossgrabens machte sich Graf Johann Pflugk von Rabenstein verdient. Im Jahre 1531 wurden die Bauarbeiten aufgenommen und im Jahre 1536 wurde das Werk vollendet. Seine Strecke wurde von Markscheider Rössmeisl vermessen, im Jahre 1530 bekam der Kunstgraben den Namen Flossgraben.

Der im Jahre 1536 beendete Bau war nötig geworden, weil immer mehr Wasser für den Antrieb der Grubenmaschinen- und anlagen gebraucht wurde, außerdem nahmen die Holzbestände in der Umgebung von Schlaggenwald und Schönfeld (Krásno) bedenklich ab, weshalb das Grubenholz aus den weiter entfernten Königswarter Wäldern herangeschafft werden musste. Gerade dazu diente nun unter anderem der Flossgraben. 

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde das Wasserwerk ständig vervollkommnet. Letztendlich entstand ein ganzes System von Wassergräben in einer Gesamtlänge von 30 km, zu dem auch 10 große Bergwerksteiche gehörten. Der Flossgraben speiste 52 Erzmühlen, hatte 35 Brücken, 14 Wehre, er hatte ein Gefälle von ca. 0,35 m pro 100 m und eine durchschn. Breite von über 2 m. Seinerzeit galt es als Wasserwerk, dass im Europa des 16. Jahrhunderts sowohl in seinem Umfang, als auch in seiner technischen Ausführung seinesgleichen suchte. Erst später entstanden ähnliche Kunstgräben im Harz in Deutschland oder in der Slowakei in der Umgebung von Banská Štiavnica.

Der Flossgraben wurde teilweise auf einem noch älteren Wasserbauwerk errichtet. Man hatte offensichtlich noch vor Rössmeissl Versuche unternommen, den Wasserreichtum rings um das heutige Kladská (Glatzen) zu nutzen. Ein Kaufvertrag aus dem Jahre 1408 zur Wiese „Am Flüsschen Roda“ lässt den Schluss zu, dass ein erster Kanal schon gegen Ende des 14. Jhds. erbaut wurde. Er führte von der Roda auf der Höhenlinie entlang, diente aber vor allem den Bergknappen im damaligen Sangerberg (Žamberk), ob er jedoch noch weiter führte, ist nicht bekannt. Aus dem Vertrag vom 10. Mai des Jahres 1499 zwischen Gewerkschaft und Obrigkeit über die Nutzung des Wassergrabens geht jedoch hervor, dass es bereits eine Wasserverbindung bis nach Schönfeld (Krásno) gab.

Der Flossgraben wurde von den hiesigen Einwohnern ständig repariert und instand gehalten, als er infolge des Dreißigjährigen Krieges zu versanden drohte. Im Jahre 1872 wurde die Gesellschaft "Flossgraben“ gegründet, die den Kunstgraben bis zum 2. Weltkrieg verwaltete, reinigte und zu wirtschaftlichen Zwecken nutzte.

Heute ist der alte Flossgraben – tsch. Dlouhá stoka ein beliebtes Ausflugsziel. Im Jahre 2003 wurde dieses einmalige Wasserbauwerk zum Kulturdenkmal ausgerufen.

Links:

http://www.krasno.euweb.cz/stoka_vice_02.htm
http://sweb.cz/SlavkovskyLes/
http://www.vitejte.cz/objekt.php?oid=1807&j=cz
http://www.tvml.cz/view.php?cisloclanku=2006052602