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Čistá - Bergwerk Hieronymus 

Čistá - Bergwerk HieronymusDas historische Bergwerk Hieronymus (Jeroným) befindet sich im Landkreis Sokolov, auf der Gemarkung Rovná. In der Vergangenheit gehörte die Zeche zum Kataster der heute bereits nicht mehr existierenden königlichen Bergstadt Lauterbach (Čistá). Die Zeche Hieronymus ist ein bedeutendes Zeugnis bergmännischer Tätigkeit, das vom Niveau des Bergbaus im XV. und XVI. Jahrhundert zeugt. Das Interesse der Bergknappen galt dem Zinnerz.

Zur Verfügung stehende Quellen berichten, Lauterbach (Čistá) werde schon im XIII. Jhd. erwähnt. Der Aufschwung der Stadt war eng mit der Entwicklung der Erzgewinnung in der Zeche Hieronymus verbunden. Am 20. 8. 1551 wurde die Stadt von Ferdinand I. zur „Königlichen Bergstadt Lauterbach“ erhoben.

Die Stadt hatte ihre eigene Zinnwaage, Zinnhütte und das Recht, Holz in den königlichen Wäldern zu schlagen. Im Jahre 1772 wurde die Stadt von einer Feuersbrunst heimgesucht, der außer den Häusern und weiteren Objekten auch nahezu sämtliche schriftliche Dokumente zum Opfer fielen. Die Vernichtung der Dokumente, vor allem des Schriftguts mit Archivcharakter macht es heute sehr schwierig, die Kontinuität der Stadtgeschichte und der Entwicklung des Bergbaus zu belegen. Die Stadt überlebte noch bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. 

Nach Kriegsende trifft die Stadt jedoch ein Schicksalsschlag nach dem anderen. Ihre Folgen sind verheerender als der erwähnte Stadtbrand. Zuerst wurde die Stadt infolge der Zwangsaussiedlung der deutschen Bevölkerung zur „Lösung der deutschen Frage“ regelrecht entvölkert. Das gesamte anliegende Stadtgebiet und auch die Stadt selbst wurden zu Militärübungsgelände erklärt. Im Rahmen einer Militärübung wurde die Stadt dann zielgerecht demoliert. 

Letzte Zeugnisse der Existenz der Stadt wurden bei der Unterfahrung des Stadtgebietes durch den Uranbergbau zerstört. Nach Beendigung der Untertagearbeiten kam es immer wieder zum Einbruch unterirdischer Räume und zur Devastierung der Oberfläche. Die Absicht der totalen Liquidation der Stadt fand in der Löschung aus allen Landkarten ihren traurigen Höhepunkt.

Äußerst selten enthalten nach dem 2. Weltkrieg herausgegebene enzyklopädische Werke irgendwelche Hinweise über die Stadt. Heute erinnert allein ein kleines Denkmal an der Landstraße zwischen Sokolov und Krásno (Nr. 210) daran, dass hier einst die Stadt Lauterbach stand. Die Gemarkung Čistá (Lauterbach) wurde aus den Grundbüchern gelöscht und alle Grundstücke wurden auf das Katastergebiet Rovná übertragen.

Die Zinnvererzung, auf welcher die Hieronymus-Zeche gegründet wurde, stellt den Randbereich einer Lagerstätte im südwestlichen Teil des Lauterbacher-Schönfelder Erzganges (Čistecko-krásenské pásmo) der Schlaggenwälder Gneisscholle dar. Die Anfänge des Untertagebergbaus gehen auf die erste Hälfte des XVI. Jahrhunderts zurück. Die Entwicklung des Untertageabbaus begann erst nach der schrittweisen Ausbeutung der umliegenden Seifen. Nach einem anfänglichen rapiden Aufschwung Zeche Hieronymus setzte eine ständige Stagnation ein.

Berichte über den Zustand der Grubenwerke aus dem Jahre 1847 erwähnen, die Gruben rund um Lauterbach seien allesamt abgewirtschaftet. In den Jahren 1887 – 1905 kam es zu einem erneuten Versuch, den Betrieb in der Zeche Hieronymus wieder aufzunehmen. Nach dem 1. Weltkrieg ist die Zeche wieder verlassen. Zu weiteren bergmännischen Erkundungen, in der Absicht, die Förderung wieder aufzunehmen, kommt es in den Jahren 1940 – 1943.

Im Jahre 1990 wurde gesamte Zeche Jeroným (Hieronymus) durch Entscheidung des Kultusministeriums der Tschechischen Republik vom 16. 2. 1990 unter Gesch.-Nr. 4291-89-PPM zum Kulturdenkmal ausgerufen. Im zentralen Verzeichnis immobiler Kulturdenkmale ist die Zeche unter Registernummer 4515 eingetragen.

Ab 1992 verlaufen hier Rettungsarbeiten. Im zentralen Teil der Erzlagerstätte befinden sich herrliche Abbaukammern aus dem 16. Jahrhundert. Im Laufe des Jahres 1982 wurden weitere unterirdische Räume entdeckt, die heute als „alte Grubenbaue“ bezeichnet werden und weitere in unmittelbarer Nähe des bekannten Teils der Zeche Hieronymus, die heute als verlassene Grubenbaue bezeichnet werden. Die alten Grubenbaue sind trocken und werden durch den Erbstollen Hieronymus entwässert.  

In der Vergangenheit waren diese Grubenwerke durch Stollen mit dem Komplex der Grubenbaue des Hauptteils der Zeche Hieronymus verbunden. Die heutige Trennung wurde offensichtlich durch den Einbruch der Zugangsstollen aus dem Hauptteil der Lagerstätte im 16. Jhd. oder in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts verursacht. In zahlreichen Räumen sind die Wände und Firste (das Hangende) schwarz von Ruß, was von der alten Bergbaumethode des „Feuersetzens" zeugt. Die Räume „zieren“ Spuren von altem Gezähe - von Schlägel und Eisen, die von den damaligen Bergleuten benutzt wurden.

Auf dem Gelände der Zeche Jeroným/Hieronymus finden langfristig Rettungsarbeiten statt, die die Stiftung Georgius Agricola, Region Kaiserwald mit Sitz in Pluhová ulice Nr. 211 in Horní Slavkov in beiden Teilen zu koordinieren versucht.

Der gesamte Bergwerkskomplex wurde so dokumentiert, dass für eine ständige Kontrolle der durchgeführten Arbeiten gesorgt ist. Die Erarbeitung eines Entwurfs zur Verwendung der Zeche zu geologischen Zwecken und zu Zwecken des Montantourismus war eine Sache der Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig sind bergbautechnische Probleme zu bewältigen, die mit der Aufwältigung der Brüche zur Verbindung beider Teile der historischen Grubenbaue aber auch mit der Aufwältigung der Brüche im Entwässerungsstollen Hieronymus verbunden sind, die entsprechend seiner Möglichkeiten vom Verwalter des als verlassene Grubenbaue bezeichneten Teils des Bergwerkes, nämlich von der Gesellschaft Diamo s.p., SUL o.z. Příbram durchgeführt werden, die das Bergwerk nach der Liquidation der vorherigen Gesellschaft Rudné doly Příbram s.p übernommen hat.

Das Gelände der Zeche Jeroným/Hieronymus dürfte in naher Zukunft zu einem der Hauptpfeiler des vorbereiteten Bayerisch-Böhmischen Geoparks werden, der zahlreiche bedeutende Gebiete bei uns und in grenznahen deutschen Gebieten umfasst.

Die Zeche Jeroným/Hieronymus ist leider noch nicht begehbar und bis es dahin kommt, werden in Abhängigkeit von den finanziellen Möglichkeiten wohl noch ein paar Jahre ins Land gehen.

Links:

http://www.omks.cz
http://www.diamo.cz/hpvt/2001/sekce/tradice/20/T20.htm
http://www.montanya.org/SEZNAM/C/C.htm
sweb.cz/SlavkovskyLes/aktuality/aktjeronym.html
sweb.cz/SlavkovskyLes/pages/muzeumkrasno.html