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Fluss Ohře - Eger 

EgerDie Eger, tsch. Ohře, war für Nordwestböhmen schon immer von außerordentlicher Bedeutung. In dessen lang gezogener Form bildet sie die natürliche Längsachse, die unterschiedlicher geologische Formationen voneinander trennt. Der tschechische Teil ihres Einzugsgebietes mit 5 614 km2 gehörte seit jeher zu den dichtbesiedelsten Gebieten in unserem Land. Schenkt man dem Chronisten Kosma glauben, wurde die hiesige Gegend einst Lucko genannt und auch in seiner weiteren Gliederung spielte das Wasser eine entscheidende Rolle, wurde es doch in Gaue aufgeteilt, die den Flussnamen entlehnt waren.

 Die Eger in der Geschichte

EgerWie wohl bei jedem anderen Fluss bei uns auch, war auch die Eger Gegenstand zahlreicher historischer und naturwissenschaftlicher Schriften. Aus wasserwirtschaftlicher Sicht ist die Fischwirtschaft jedoch die bedeutendste von ihnen.

Der sagenhafte Fischreichtum der Eger ließ schon mittelalterlichen Historiker ins Schwärmen kommen. Als Beispiel sei das bekannte Werk von Bohuslai Balbini „Miscellanea historica regni Bohemiae“ aus dem Jahre 1679 erwähnt, das unter anderem die folgende Mitteilung enthält: . . " in der Elbe wird Lachsjagd betrieben und dies besonders in den ersten Monaten, wenn der Lachs aus dem Meere tritt und sich in die Flüsse zurückzieht, wo er sowohl bis zu den Zuflüssen der Elbe, als auch in die Eger bis nach Doksy (Hirschberg am See) zieht". Aus späterer Zeit sind auch die Werke des Kaadener Gymnasiumslehrers W.F. Howorka (1851-1913) bekannt, der unter anderem das Fach Fischereiwesen an der Landwirtschaftsfachschule in Kadaň/Kaaden unterrichtete. Diese Praxis ermöglichte es ihm, sich voll und ganz seinem Beruf als Naturwissenschaftler zu widmen und sein im Jahre 1888 veröffentlichtes Jahrbuch „Programm des Communal - Obergymnasiums in Kaaden“ stellte im Prinzip ein Lehrbuch über das Fischereiwesen dar, samt Schlüssel zur Fischbestimmung. Er bestimmte damals 32 in der Eger lebende Fischarten und warnte gleichzeitig vor der wachsenden Verunreinigung der Eger und vor dem Fischraub. Howorkas „Betrachtungen über die Förderung des Fischereiwesens in der Eger“ sind bis heute sehr lehrreich. Die von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen beruhen auf einer gründlichen Kenntnis des Flusses und seiner Zuläufe und sind bis heute aktuell. Unermüdlich setzte er sich für die Erhaltung der Lachse in der Eger ein, von welcher er behauptete, sie sei ein echter Lachsfluss: " . . . den man sich ohne laichende Lachse gar nicht vorstellen könne.“

Boote auf dem Fluss EgerWenn man die damaligen Bemühungen nicht nur der Fischereiverbände allein, sondern auch der Fischexperten von der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert begreifen möchte, muss man sich näher damit befassen, was es mit dem Namens dieses Flusses auf sich hat. Von einer ganze Reihe von Autoren wird bekräftigt, dass ihr Name von ihrer keltischen Benennung, Agara herrührt, was schlicht und einfach „Lachsfluss“ bedeutet. Der Name setzt sich aus zwei Wörtern zusammen - ag, bzw. eg - Lachs und are, bzw. ara - fließendes Wasser. Der deutsche Name Eger zeugt noch heute von dieser Herkunft und über die Grenze hinweg hielt stand dieser Name auch Pate bei der deutschen Benennung der Stadt Cheb. Bei uns erinnern Ortsnamen aus den Regionen von Louny (Laun) und Litoměřice (Leitmeritz) „Ohara“, bzw. Ohárka stark an keltische Zeiten. Aber wer denkt heute schon an den Ursprung des Flussnamens und den verlorenen Kampf um die Erhaltung des Lebens des Fisches, der dem Fluss seinen Namen gab.

 Der Fluss und die Menschen an seinen Ufern

EgerAußer der Fischerei brachte die Eger den Bewohnern ringsum auch weiteren Nutzen: Außer zur Bewässerung der umliegenden Äcker diente sie zur Energiegewinnung und zum Holzschwemmen, bzw. -flößen. An ihrem ganzen Lauf standen Sägewerke, Mühlen, Hammerwerke und damit zusammenhängende wasserwirtschaftliche Objekte. Den bedeutendsten Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung des Egerlandes hatte jedoch die Flößerei. Erste schriftliche Hinweise auf die Holzflößerei auf diesem Fluss stammen schon aus dem 13. Jahrhundert. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts blieben Dokumente über das Flößen (Holzschwemmen) dreihundert Jahre alter Tannen nach Hamburg erhalten, die dort zu Schiffsmästen gehauen wurden. Das Flößen starker Baumstämme bei günstigem Wasserstand ist aus Stráž nad Ohří (Warta) belegt. Die letzten Flöße waren noch 1906 auf der Eger zu sehen. Dann büßte die Eger ihre Funktion als wichtige Wasserstraße ein. Der Fluss war allerdings nicht nur Helfer. Gerade an der Eger kam es auch mehrmals im Jahr zu Überschwemmungen, bei denen die Fluten ausgedehnte Flächen überschwemmten und enorme Schäden an Gebäuden und der Ernte anrichteten. Zu diesen Überschwemmungen kam es sowohl zur Frühjahrsschmelze, als auch im Sommer nach starken Regengüssen, gerade im Sommer waren diese durch ihren vom Charakter des Flusses bedingten, unerwarteten und schnellen Verlauf besonders gefährlich. Interessant ist, dass die meisten der verzeichneten großen Überschwemmungen jeweils zum St. Margaretentag, also am 13. Juli ihren Höhepunkt erreichten. Die größte Angst hatten die an ihrem mittleren und unteren Lauf lebenden Menschen vor Eisgängen, dem sog. „grünen oder Kaadener Eis“, das oft die Behausungen der Menschen und Gebäude verheerte. Die Chroniken sind voll von Berichten über Überschwemmungen und entstandene Schäden und zeugen so davon, wie rigoros die Eger früher das Leben der Menschen beeinflusste. Der wirtschaftliche Aufschwung des Egerlandes gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts brachte den Bau zahlreicher, dem Gewerbe, der Landwirtschaft, dem Verkehrswesen aber auch dem Hochwasserschutz dienender Gebäude mit sich.

 Allgemeine Charakteristik und spezifische Bedingungen des Verwaltungsgebiets

Das von „Povodí Ohře Chomutov“ verwaltete Flussgebiet umfasst 10 000 km2. Das lang gezogene Nordwestböhmen wird von der Elbe in einen westlichen und östlichen Teil getrennt. Die Eger bildet dabei die natürliche Achse seines westlichen Teils, ähnlich wie der Fluss Ploučnice (Polzen) im östlichen Teil. Die Eger entspringt im bayrischen Fichtelgebirge am Nordhang des Schneebergs und ergießt sich letztendlich bei Litoměřice in die Elbe. Auf tschechischem Gebiet legt sie insgesamt 256 km zurück, ihr Einzugsgebiet erstreckt sich über 5 614 km2. Bei ihrem Weg durch unser Gebiet fließt die Eger durch ein Engtal, das vom Erzgebirge/Krušné hory und dem Kaiserwald/Slavkovský les am linken und vom Duppauer Gebirge/Doupovské hory am rechten Ufer eingezwängt ist. Der Fluss zeichnet sich durch große Schwankungen seiner Durchflussmengen, deren plötzlichen Veränderungen sowie durch den Transport großer Mengen Geschiebe und Schwemmgut aus. Ihr 100 km langer Unterlauf weicht auf der linken Seite dem Böhmischen Mittelgebirge aus und fließt von Žatec über Louny bis nach Litoměřice durch offene Landschaft - übrigens eine der fruchtbarsten Gegenden Böhmens. Dieses Gebiet wurde seit Menschengedenken von Überschwemmungen heimgesucht und bis heute noch gibt es hier Flussabschnitte, deren Kapazität nicht einmal einem einjährigem Hochwasser gewachsen ist. Gerade hier befinden sich aber ursprüngliche, bewahrt gebliebene und ökologisch äußerst wertvolle Auenwälder und Uferbestände.

Bedeutende Zuflüsse

 linker/rechter Zufluss in Richtung Mündung

      • Odrava - Wondreb (R)
      • Libocký potok - Leibitschbach (L)
      • Svatava - Zwota (L)
      • Rolava - Rohlau (L)
      • Teplá - Tepl (R) 
      • Bystřice - Wistritz (L) 
      • Liboc - Aubach (R)
      • Blšanka - Goldbach (R)
      • Chomutovka - Komotau (L)

(Erarbeitet nach den Angaben der Flussverwaltung Povodí Ohře)