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Berg Krudum 

Der im Jahre 2008 erbaute Turm mit AussichtsetageDer mystiche Berg Krudum (mitunter auch Chrudim genannt) hat drei Gipfel, sein nördlicher Gipfel ragt 838 m, sein westlicher Gipfel 831 m und sein östlicher Gipfel 837 m über den Meeresspiegel auf. Der beste Weg zum Krudum ist der von Třídomí bei Horní Slavkov. Von hier geht es zu Fuß nach Milíře/Kohling (Vorsicht – der grüne Wanderweg ist zwar nicht genau in der Karte eingezeichnet, führt aber wirklich nach Milíře); von hier 1,5 km in nordöstliche Richtung, auf einem Schotterweg, der zum östlichen Gipfel direkt zum Aussichtsturm führt

Ursprünglich stand hier der sog. Kempf-Turm, ein nach Andreas Kempf benannter steinerner Aussichtsturm, der aus der Einsiedelei Lán (Hub) bei Krásno (Schönfeld) stammte. Er wurde am 22. 1. 1865 geboren und zog noch als kleiner Junge mit seinen Eltern nach Třídomí/Dreihäuser, einem heute bereits verschwundenen Ort am Fuße des Krudum um. Später studierte er an der Medizinischen Universität in Wien, wo er später Oberarzt an der Theresianischen Akademie war. Aber seine Heimat vergaß er nie, er widmete ihr auch seine in Egerländer Mundart geschriebene Prosa. Er starb am 2.5.1929 als anerkannte und geachtete Persönlichkeit. Auch die hiesigen Einwohner vergaßen Dr. Kempf nicht. 1931 gründeten sie in Loket/Elbogen einen Verein, der es sich zum Ziel setzte, ihm durch den Bau eines nach ihm benannten Aussichtsturmes auf dem Krudum ein Denkmal zu setzen. Noch im gleichen Jahr gab Dr. Ing. Anton Thun in Elbogen Kempf’s gesammelte Prosa aus der Gegend unter dem Krudum heraus, der Ertrag aus dem Verkauf dieses Buches wurde dann zusammen mit weiteren Spenden zur Finanzierung des Baus des Aussichtsturms verwendet. Der Turm wurde 1932 in Betrieb genommen, aber schon in den siebziger Jahren stürzte er ein.
Einen Hoffnungsschimmer gab es im Jahre 2001, als die Gesellschaft Krudum und Co. gegründet wurde, die es sich nach dem Vorbild ihrer Vorgänger zum Ziel setzte, den Aussichtsturm wieder zu errichten. Bis 2007 war hier jedoch weiterhin nur ein großer Steinhaufen zu sehen, erst ein Jahr später wurde der Weg zum Ostgipfel erneuert, da hier 2008 ein 50 Meter hoher Fernmeldeturm erbaut und zugänglich gemacht wurde. Der Steinhaufen vom ehemaligen Aussichtsturm verschwindet langsam und so ist die Erinnerung am nahen Felsen das einzige Andenken an den einstigen Aussichtsturm.

Vom Krudum sagt man, er habe ein grünes Haupt (den Wald), ein silbernes Herz (Silbererz) und einen goldenen Fuß (in den Sümpfen zu Füßen des Krudum wurde Gold gewaschen). Bis heute sind an den Hängen des Krudum alte Seifen (kleine Abraumhalden) und Pingen (Einbrüche im Bodenrelief) von der Goldwäscherei zu finden
Die Bedeutung des Krudum für die gesamte hiesige Gegend ist unbestritten. Die gesamte Umgebung von Horní Slavkov (Schlaggenwald), Krásno (Schönfeld) und Loket (Elbogen) ist eng mit diesem Ort verbunden. Der von zahlreichen Sagen umwobene Berg ist von enormer historischer Bedeutung. Nicht minder interessant ist die Verquickung gewisser Sagen über den Krudum mit der Wirklichkeit. Ein Beispiel dafür ist die Nikolaus-Legende, der gerade auf dem Krudum wohne. Die ursprünglichen deutschen Einwohner aus dieser Gegend erzählten ihren Kindern, er steige am Vorabend des Nikolaustages von seiner Wohnstätte auf dem Krudum herab, um die Kinder zu besuchen. Artige Kinder wurden belohnt, freche Kinder steckte er jedoch in einen großen Sack und nahm sie zum Krudum mit. Diese Legende steht augenscheinlich mit der gotischen St. Nikolauskirche in Zusammenhang, die noch im Mittelalter zu Füßen des Krudum, an der Wegkreuzung zwischen Hrušková, Třídomí und Nadlesí stand.

Auf dem Westgipfel des Krudum steht ein bemerkenswerter Meilenstein, der von den hiesigen Einwohnern Franzosenstein genannt wird. Diese Benennung rührt wohl von der Abkürzung ‚Fr‘ in der Inschrift ‚Reg Imp Fr pmo 1808‘ her. Dieses geheimnisvolle ‚Fr‘ hat allerdings nichts mit Frankreich zu tun, sondern mit Franz I., unter dessen Regierung der Stein hier von kaiserlichen Landvermessern (wahrscheinlich italienischer Herkunft) aufgerichtet wurde, als sie vor dem anstehenden Krieg mit dem napoleonischen Frankreich für den österreichischen Stab militärische Landkarten erstellten. Ein weiterer trigonometrischer Punkt steht am Hohen Stein (Vysoký kamen) bei Luby.

Video des Tsch. Fernsehens - Abendgruß aus Tschechien
Video des Tsch. Fernsehens - Ereignisse in den Regionen

Krudum - die SpitzeReste des steinernen AussichtsturmsFelsen mit Gedenktafel an den steinernen AussichtsturmEhemaliger Kempf-Aussichtsturm