Skip Navigation Links
Navigationslinks überspringen
Česky
Deutsch
English
Español
Français
Italiano
Pусский
Navigationslinks überspringen
Natürliche Sehenswürdigkeiten
Naturreservate und Landschaftsschutzgebiete (LSG - tsch. CHKO)
Berge, Hügel und Anhöhen
Gewässer
Naturdenkmal-Bäumen
Božídarské rašeliniště – Gottesgaber Hochmoor 

                                    Ende des LehrpfadesDieses Nationale Naturreservat breitet sich auf einer Fläche von nicht ganz 1000 ha aus und ist hiermit das größte Naturreservat in unserer Region. Das Gottesgaber Hochmoor steht seit 1965 unter Schutz , seit 1977 ist es durch einen Lehrpfad erschlossen. Das Reservat schützt einige Moore, Bergwiesen, Heiden und Waldbestände in einer Meereshöhe von ca. 1000 m.
Die einzigartige Natur im Reservat bildet einen wunderschönen und eindrucksvollen Landschaftskomplex, der infolge einer lang andauernden und vielfältigen historischen Nutzung entstand - durch forst- und landwirtschaftliche Bewirtschaftung und den Abbau von Buntmetallen und Moortorf. Die Moore sind natürlicher Lebensraum für viele bedrohte Pflanzen und Tierarten.
Die Moore entstanden in Quellgebieten, an denen sich das Wasser in Tümpeln und Sümpfen hält. Nach der letzten Eiszeit verwucherten sie mit Moorvegetation wie z.B. mit Riedgras- und Binsengesellschaften und Schilfen. Dann traten Torfmoose an, die auch einige Zentimeter pro Jahr zu wachsen vermögen, während ihr unterer, im Wasser befindlicher Teil ständig wegen Sauerstoffmangel abstirbt. In einer weiteren Phase werden die Torfmoose nach und nach von Heidekrautgewächsen wie von Heidekraut, der Gemeinen Krähenbeere, Heidel-, Preisel- und Rauschbeere u.a. verdrängt. In der Gegenwart wachsen die Moortümpel an verschiedenen Stellen des Reservats zu und der größere Teil des Hochmoores ist bereits mit Latschenbeständen überwuchert - das erste Anzeichen dafür, dass es zum Abschluss der Torfbildung kommt. Torfmoose kommen hier in großer Artenvielfalt vor, auch heute noch gibt es hier an die 24 Arten.
KnüppeldammMoortorf wurde hier bereits seit dem 18. Jahrhundert gestochen. Zuerst wurden die Moore abgeholzt; zur Entwässerung diente ein im rechten Winkel angelegtes Netz von Entwässerungskanälen. Das Wasser wurde dann in einen Hauptgraben abgeführt. Die Torfquader (Schollen) wurden manuell gestochen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Torfabbau dann endgültig eingestellt. Manche Torfabbaustellen sind heute abgesoffen.
 Den größten naturwissenschaftlichen Wert haben die Latschenbestände in den Torfmooren, Moorfichtenbestände, bedeutende Moos- und Flechtenarten. Die größte botanische Attraktion ist die Zwergbirke (Betula nana). Dies ist eine außerordentlich alte Art, die Dendrologen für Relikte der letzten Eiszeit auf tschechischem Gebiet halten. Die Zwergbirke wird nicht ganz einen Meter groß. Heute ist sie ein typischer Vertreter der arktischen Tundra. Auf unserem Gebiet, auf dem heute bedeutend höhere Temperaturen herrschen, konnte sie nur an Stellen überleben, an denen sie nicht von anderen Pflanzen verdrängt wird. Interessant ist, dass die Zwergbirke heute vorwiegend an den Randgebieten von Orten wächst, an denen früher Torf abgebaut wurde. Aber nicht nur die Zwergbirke ist ein Relikt der letzten Eiszeit, sondern auch ein kleiner hiesiger Nager - die Erdmaus.
Die größte zoologische Besonderheit ist der kritisch bedrohte Hochmoor-Laufkäfer, der außer des Gottesgaber Hochmoors nur noch an zwei anderen Stellen in Tschechien lebt.
An sumpfigen Stellen führt der Lehrpfad über Knüppeldämme. Die Mächtigkeit des Torfbodens beträgt ca. 50 cm, an manchen Stellen ist er aber auch bis zu 4 m stark. Gegenwärtig ist das NR wegen des desolaten Zustands der Knüppeldämme gesperrt.