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Naturdenkmal-Bäumen
Bäume und deren Schutz, Naturdenkmal-Bäume in der Region  

Bäume… In ihrem Schatten sucht man Schutz vor Regen und Sonne, man nimmt ihren Duft und das Rauschen ihrer Blätter wahr ... Wussten Sie eigentlich, dass schon unsere Vorfahren im 12. Jahrhundert etwas für den Schutz der Bäume taten? Und wie kümmern wir uns heute um sie? Wir laden Sie herzlich zu einer Wanderung zu unter Denkmalschutz stehenden Bäumen der Karlsbader Region ein. 

Baum
  • Definition laut Wikipedia
  • Galerie der Naturdenkmal-Bäume der Karlsbader Region
  • Datenbasis ausgerufener Naturdenkmal-Bäume
  • Datenbasis vorgeschlagener Naturdenkmal-Bäume
  •  Schutz von Bäumen in der Vergangenheit

    Der Schutz von Bäumen im Mittelalter hing eng mit der allgemeinen Waldpflege zusammen. Eine der ältesten erhalten gebliebenen Vorschriften über die Forstwirtschaft allgemein und entsprechende Strafen für die Schädigung des Waldes im Besonderen ist das "Recht des böhmischen Fürsten Konrad Otto" aus dem Jahre 1189, Strafen für das unberechtigte Fällen von Bäumen sind auch im „Iglauer Stadtrecht“ (Stadtrecht von Jihlava) und im Buch des alten Herrn von Rosenberg, wohl aus dem Jahre 1360 zu finden.

    Im Kodifikationsentwurf Majestas Karolinas von Karl IV. aus dem Jahre 1348, steht in Kapitel 50: "Diese unsere besonders schönen und umfangreichen Wälder gedenken wir (der König) nicht nur insgesamt zu bewahren, sondern auch vor jeglichem Abholzen zu schützen, um dies zu erreichen, gebieten wir, sie für ewige Zeiten unberührt zu erhalten." Im Jahre 1355 wurde „Majestas Carolinas“ auf Drängen des Herrenlandtages von Karl IV. jedoch wieder aufgehoben.

    Im Jahre 1754 gibt dann Marie Theresia die "Wald- und Forstordnung" heraus, eine für jene Zeit sehr fortschrittliche und gründliche Vorschrift zum Schutz des Waldes und zur Forstwirtschaft allgemein. Alexander von Humboldt ( 1769 - 1859), Professor an der Berliner Universität, war der erste, der für alte und majestätische Bäume, die er in den Jahren 1799 - 1804 bei seiner wissenschaftlichen Expedition in Südamerika zu sehen bekam, den Begriff Naturdenkmal verwendete.

    Die Geschichte des Schutzes solcher Naturdenkmal-Bäume (Gedenkbäume) an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ist bei uns eng mit der Entstehung und dem Wirken sog. Verschönerungsvereine verbunden. Am 30. Oktober 1904 wurde in Prag ("U Choděrů") der Verband böhmischer Verschönerungsvereine im Böhmischen Königreich mit Sitz in Prag gegründet. Seit 1905 wurde er Verband böhmischer Verschönerungsvereine von Böhmen, Mähren und Schlesien genannt. Nach der Gründung der Tschechoslowakischen Republik wandelte er sich zum Verband tschechoslowakischer Verschönerungs- und Heimatschutzvereine in Prag.

    Der Verband gab ab 1904 bis zu Beginn der fünfziger Jahre die interessante Zeitschrift "Schönheit unserer Heimat" heraus, in der man viele Angaben über den Schutz von Gedenkbäumen auch heute findet.

    Im Jahre 1899 publizierte Jan Evangelista Chadt Ševínský (1899) eine erste Liste von Naturdenkmal-Bäumen in Böhmen. Der gleiche Autor publizierte im Jahre 1908 im Journal "Tschechisches Volk", Jahrg. XVII und in einer Sonderbeilage die Liste "Alte und Gedenkbäume in Böhmen, Mähren und Schlesien" samt Beschreibung von 165 seltenen Bäumen und 30 Illustrationen. Eine ergänzende Ausgabe mit 320 seltenen Bäumen und 160 Illustrationen wurde 1913 in der Stadt Písek und dann noch als separater Teil des Buches "Geschichte der Wälder und des Forstwesens" veröffentlicht. Diese Liste, die unter Mitwirkung einer Reihe von Beiträgern entstand, stellt das erste ausführliche Verzeichnis von Denkmalbäumen (Gedenkbäumen) bei uns dar, aus der wir bis heute wertvolle Informationen über unsere Naturdenkmal-Bäume schöpfen.

     Der Schutz von Bäumen in der Gegenwart

    Gemäß § 46, Abs. 1, Gesetz Nr. 114/1992 Slg., Natur- und Landschaftsschutz, können außergewöhnlich bedeutende (beachtliche) Bäume, Baumgruppen und Alleen durch Entscheidung von Naturschutzbehörden zu „Naturdenkmal-Bäumen“ ausgerufen werden. Zum Schutz solcher Naturdenkmale (Denkmalbäume) vor schädlichen Einflüssen kann das Organ, das die Bäume zum Naturdenkmal ausruft, entsprechende Schutzzonen definieren und die Bedingungen zu ihrem Schutz festlegen, beziehungsweise auch Tätigkeiten festlegen, die in den entsprechenden Schutzzonen nur mit der Zustimmung der Naturschutzorgane erfolgen dürfen.

    Sofern diese Schutzzone nicht besonders definiert wird, gilt, dass bei jedem Baumdenkmal laut Gesetz eine grundlegende kreisförmige Schutzzone im Halbmesser des zehnfachen seines 130 cm über dem Erdboden gemessenen Stammdurchmessers einzuhalten ist. Aus dem gleichen Gesetz gehen auch die grundsätzlich einzuhaltenden Schutzvorkehrungen hervor und zwar in dem Sinne, dass in dieser Schutzzone jegliche, für das Baumdenkmal potenziell gefährliche Tätigkeiten untersagt sind (§ 46, Abs. 3 des zitierten Gesetzes).

    Als Naturdenkmal-Bäume, Baumgruppen oder Alleen können solche Gehölze ausgerufen werden, die sich durch ihren enormen Wuchs und/oder ihr Alter auszeichnen, bzw. bedeutende Landschaftsdominanten sind, des weiteren besonders wertvolle eingebürgerte Gehölze und nicht zuletzt auch historisch wertvolle Gehölze, die Zeugen historischer Geschehnisse waren oder an diese erinnern, oder Gehölze, die Mittelpunkt von Sagen und Legenden sind.

    Jeder Bürger ist berechtigt, die Umweltschutzbehörde zu initiieren, einen Baum unter Denkmalschutz zu stellen.

    Berechtigt zur Ausrufung von Naturdenkmal-Bäumen, Baumgruppen oder Alleen und deren Schutzzonen sind gemäß § 76, Abs. 2, Buchst. d, Abs. 3, Abs. 4 von Gesetz Nr. 114/92 Slg. befugte Gemeindeämter, die Stadtämter statutarischer Städte (Ges. des Nationalrates der ČR Nr.367/1990 Slg.), der Magistrat der Hauptstadt Prag, die Verwaltungen von Nationalparks sowie die Verwaltungen von Landschaftsschutzgebieten im Rahmen ihres Wirkungskreises (in ihrem Wirkungsbereich/Weichbild, mitnichten jedoch in den Schutzzonen der Nationalparke oder Landschaftsschutzgebiete).

    Auf den Territorien nationaler Naturreservationen und nationaler Naturdenkmale, auch wenn diese Fälle wohl kaum vorkommen dürften, obläge diese Kompetenz dem Umweltschutzministerium der Tsch. Republik, auf den Territorien von Naturreservationen und Naturdenkmalen (mit Ausnahme der Territorien von Landschaftsschutzgebieten und Nationalparks) ist dies Sache der Bezirksbehörden.

    Die Aufhebung des Schutzes von Naturdenkmal-Bäumen obliegt gemäß § 77, Abs.1 von Ges. Nr. 114/1992 Slg. den Bezirksämtern; auf den Territorien von Nationalparks, Landschaftsschutzgebieten und deren Schutzzonen gemäß § 78, Abs.1, Gesetz Nr. 114/1992 Slg. wiederum den Verwaltungen der Nationalparke und Landschaftsschutzgebiete.

    Es ist noch zu betonen, dass Gemeindeämter nicht befugt sind, das Fällen von Gehölzen zu genehmigen, die zu Naturdenkmal-Bäumen ausgerufen wurden, ohne dass die zuständige Umweltschutzbehörde (siehe voran stehender Absatz) deren Schutz aufgehoben hätte.