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Egerradweg 1
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Egerradweg 3
Egerradweg 4
Egerradweg 3 

Verlauf des Radwegs Streckenlänge :   27 km (samt aller Abzweigungen bis zu 35 km)
Schwierigkeitsgrad der Strecke : Mittelschwer
Oberflächenbeschaffenheit : Befestigter Schotterweg, ab dem Hans-Heiling-Felsen – Asphalt
Verkehr : Schwach bis mittlerer Verkehr von Dalovice nach Radošov
Zu empfehlendes Rad : Touristisches Rad (Trekkingrad, Crossrad )
Letzte Aktualisierung : ¨

Abschnitt 1 - Tourismusregion Cheb/Eger: Slapany - Cheb - Mostov   (24 km)
Abschnitt 2 - Tourismusregion Sokolov: Mostov - Sokolov - Loket  (28 km)
Abschnitt 3 - Tourismusregion Karlovy Vary: Loket - Karlovy Vary - Radošov (27 km)
Abschnitt 4 - Tourismusregion Ostrov: Radošov - Stráž - Perštejn (19 km)

Durchfahrtsorte (DO ):

50. Loket, Wegkreuzung - 0,0 km (Wegkreuzung mit dem CT 2016, 362, EE)
Brücke bei der Porzellanfabrik An der Brücke neben der Porzellanfabrik steht ein Hauptwegweiser von Radrouten. Hier knüpfen die Route 362 vom Stift Tepl (Klášter Teplá) sowie 2016 von Nová Role an . Auf Route 362 und anschließend an der Eger/Ohře entlang nach Karlsbad (204) führt auch der Euregio-Egrensis-Radweg (E E).
Die Porzellanfabrik in Loket (Elbogen), gleich hinter der Brücke, war der einzige wichtige Industriebetrieb der Stadt – umso berühmter machte sie die Stadt. Sie wurde 1815 von den Gebrüdern Haidinger gegründet, die sie nahezu ein halbes Jahrhundert lang leiteten. Unter ihrem Management erreichte die Porzellanfabrik in den Jahren 1835 – 1840 in technischer und künstlerischer Hinsicht ihren absoluten Höhepunkt. In der Folge wechselte sie mehrmals ihren Namen. Als im Jahre 1873 Springer und Oppenheimer die Fabrik erwarben, nannten sie diese in Erste Elbogener Porzellan AG um. Gerade unter ihrer Leitung knüpfte man eine Zusammenarbeit mit Japan an. Nach 1918 wurde die Elbogener Porzellanfabrik Teil der Aktiengesellschaft Öpiag (Österreichische Porzellanindustrie AG Karlsbad); nach der Gründung der Tschechoslowakei wiederum wurde sie zur Epiag (Erste Böhmische Porzellanindustrie AG ). Porzellan aus Loket (tschechisch Ellbogen) ist unschwer am Logo zu erkennen -  einem angewinkelten Ellbogen mit Schwert. Noch vor ein paar Jahren stellte die Porzellanfabrik an die 4 Mio. Tassen und Haferl her und beschäftigte 150 Mitarbeiter. Gegen Ende ihrer Existenz gehörte sie dem Unternehmen Thun an. Heute wird in Loket kein Porzellan mehr hergestellt .
Ab der Wegkreuzung radeln wir nun am Fluss entlang – auf gleicher Strecke wie Route 2016 .

51.  Elbogener Efeu (Loketský břečťan) - 0,1 km
Loketský břečťan/Elbogener Efeu Einen Katzensprung hinter der Wegkreuzung steht linker Hand an einem Felsen ein mächtiger Efeu. Eigentlich sind es zwei baumartige Sträucher, die eine Höhe von ca. 12 Metern erreichen. Die reich verästelten Stämme dieser uralten, hochgewachsenen Efeus bilden an dem Felsen außergewöhnliche ornamentale Bilder, die sonst nirgends vorkommen .
Die Efeu-Veteranen brauchen jedoch gehörige Pflege, deshalb wurden im Jahre 2000 die Anfluggehölze an dem vom Efeu bewachsenen Felsen beseitigt und ein neuer Zaun am Fuße des Felsen errichtet (um Tretschäden an den Wurzeln zu verhindern), außerdem erfolgte eine fachgerechte Behandlung der Schnittwunden von einem vorherigen unbewilligten, unsachgemäß ausgeführten Baumschnitt .
Der Efeu fasziniert die Menschen seit jeher, ist er doch Heilmittel und Gift zugleich. Efeukränze, -zweige oder -blätter waren von jeher das Symbol für eheliche Treue aber auch Geselligkeit, Freundschaft, ja sogar auch Trunkenheit. Auch Dionýsos bzw. Bacchus – der Gott der Ernte, Fruchtbarkeit, des Weines und hemmungsloser Lustbarkeiten – trägt einen Efeukranz. Für die ersten Christen wiederum war er das Sinnbild für Unsterblichkeit und ewiges Leben. Weil er gestützt werden muss, gilt er auch als Symbol der Weiblichkeit . 
Unweit der beiden Efeus gibt es noch ein Kuriosum. Direkt im Fels ist ein großes Tor zu sehen, hinter dem sich im Innern des Felsens eine Kläranlage befindet .

52.  Campingplatz Loket - 1,1 km ( Wegkreuzung mit dem CT 2016 )
Campingplatz Maskáč Hinter Loket gelangen wir zum Wassersport-Campingplatz Loket (früher ‚U Tří věžiček‘) mit Bootsverleih Maskáč. In der Wassersportsaison wimmelt es hier nur so von Wassersportlern, aber für einen Imbiss ist er immer gut . Gleich beim Campingplatz steht ein Radwegweiser . Die Route 2016, der wir aus Loket gefolgt sind, biegt hier bergan zum Wildgatter Hory (Horn) ab und führt bis zum Bahnhof in Nová Role . Der Anstieg von hier bis zum Wildgatter hinauf geht in die Knochen und so steigen hier die meisten Radfahrer lieber vom Rad und gehen zu Fuß. Ein Glück, dass unsere Route weiter am Fluss lang führt und das auch noch stromabwärts .

53.  Zinkstollen Vildenava/Wildenau - 2,1 km
Zinkstollen Vildenava Hier gelangen wir zu einem mittelalterlichen Schürfstollen. Schon im 14. Jahrhundert suchten Prospektoren überall an den Ufern der Eger nach Erzlagerstätten, vor allem aber durchforschten sie die Flussanschwemmungen nach nutzbaren Bodenschätzen, namentlich nach Gold und Silber. Anfangs war die Ausbeute dieser Metalle, die man durch so genanntes Seifnen (Seifenabbau) aus den Flüssen gewann, recht ergiebig. Durch das Auswaschen von Sand und Kies im Wasser trennten sich die schwereren Erzpartikel (Körner oder Graupen) vom leichteren Sand. Die Bergleute hinterließen im Gelände typische ‚Seifenhügel‘ und wahrscheinlich sind so auch einige der hier zu sehenden ‚Eger-Inseln‘ auf diese Weise entstanden. Als sich die Erzvorräte in den Seifen nach und nach erschöpften, waren die Prospektoren gezwungen, nach den primären Erzlagerstätten im Innern der Gebirge zu suchen. Deshalb trieben sie zwischen Elbogen (Loket) und Aich (Doubí) zahlreiche Schürf- bzw. Erkundungsstollen in die schroffen Ufer der Eger. Hier, im sog. ‚Zinngraben‘ unter Vildenava (Wildenau) wurde noch bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts Zinn abgebaut . Zur Verarbeitung des Zinns wurde an Ort und Stelle ein  Pochwerk errichtet, dessen Grundmauern noch im 19. Jahrhundert zu erkennen waren. Der frühe Zinnbergbau erreichte im Egertal jedoch nie das Ausmaß der späteren intensiven Bergbautätigkeit an den reichen Erzlagerstätten, die im 15. und 16. Jahrhundert im Kaiserwald (Slavkovský les) und im Erzgebirge entdeckt wurden h.
Nur wenige wissen, dass sich 20 Meter über diesem Stollen ein weiterer, ca. 80 m langer Stollen befindet. Er ist gefährlich, deshalb ist sein Betreten untersagt. Ungefähr in seiner Mitte befindet sich eine abgesoffene Einbruchstelle .

54.  Quelle Hořčička - 2,6 km
Quelle Hořčička Die Quelle Hořčička, die hier aus einem künstlich angebohrten Quelle entspringt, wird von Geologen als Bohrung KH 12 (Videnava u Lokte) bezeichnet. Dies war eine hydrogeologische Erkundungsbohrung  aus dem Jahre 1962, die dazu diente, den hydrogeologischen Charakter der geologischen Eger-Bruchzone (Oherská zóna) in deren südwestlichen Ausläufer zu untersuchen. In einer Tiefe von 230 m stellte man einen raschen unterirdischen Wasserkreislauf durch Granitspalten fest, was eine geringe Mineralisierung der Wasser zur Folge hat (ca. 0,1 g/l). Die Ergiebigkeit der Quelle auf dem Niveau des umliegenden Geländeniveau beträgt 0,12 l/s. Die Forstwirtschaft Loket, die diese Bohrung ausführte, nannte sie ‚Hořčička‘ und pflegt sie seither . 
Profil der Bohrung :
0,0 – 3,0 m: Hanglehme (Quartär – Holozän )
3,0 – 3,8 m: niedrige Talterrasse der Eger/Ohře (Quartär – Pleistozän): Kies, Kiessand
3,8 – 11,5 m: Eluvium unterliegenden Granits (?)
11,5 – 231,0 m: Variszische Granitoide des Karlsbader Massivs (Gruppe von Übergangsgraniten) – Granitform ‚žula kferská‘

Die Bohrung wurde in einer Tiefe von 231 m eingestellt. Erarbeitet nach Informationen des Geologen Ilja Knésl . 

55. Drüsiges Springkraut - 2-6 km
Drüsiges Springkraut ist überall Beim Durchfahren schattiger Stellen blieb uns bestimmt eine markante Blume nicht verborgen, die die ganze Umgebung in ihren charakteristischen Duft hüllt. Dabei handelt es sich um das Drüsiges Springkraut, auch Emscher- oder Wupperorchidee genannt . Sie ist eine so genannte Invasionspflanze (Neophyt), welche die natürlichen Uferbestände dezimiert. Das Problem des Drüsigen Springkrauts ist, dass es an den Orten seines Vorkommens die natürliche Artenstruktur verändert, indem sie ursprüngliche Arten unterdrückt. Die Folge ist eine allmähliche Umwandlung der ursprünglichen Pflanzengemeinschaften in artenarme Gemeinschaften mit überwiegendem Anteil des Springkrauts . 
Das Springkraut stammt aus dem Himalaya und wurde ursprünglich als Zierpflanze gezüchtet. In Tschechien wurde es ab Mitte des 19.Jahrhunderts gezüchtet, aber gegen Ende desselben verwilderte sie. Weil ihre Blüten große Mengen Nektar enthalten, lockt das Drüsige Springkraut die Bestäuber zu Ungunsten der ursprüngliche Arten an, heute ist es eine ausgesprochene ‚Bienenweide‘. Die Samen werden von den Fruchtkapseln regelrecht ‚verschossen‘. Wenn die Samen reif sind, spannen sich die elastischen Fruchtkapseln, bis sie bersten, dann werden die Samen wie kleine Geschosse in die Umgebung geschleudert. Die Fruchtkapseln muten wie kleine Schoten an und wer versucht, eine reife Kapsel abzureißen, dem schießen die Samen direkt in die Hand . 
Das Drüsige Springkraut gilt als Heilpflanze; ihre Pflanzenextrakte werden zur Unterdrückung von Nervosität, Gereiztheit und Spannungen sowie bei zu hohem Lebensrhythmus oder bei allzu hastigem Reden verwendet. Es wirkt gegen Hast, überstürzte Entscheidungen, innere Unruhe, Zerstreutheit und Stress bei Kindern. Es mindert Versäumnisängste, Nervosität, Wutanfälle und Jähzorn, Brutalität, Gefühllosigkeit, impulsive Handlungen, Unrast und Unruhe. Es ruft das Gefühl der Ruhe und Ausgeglichenheit hervor .

56.  Svatošské skály (Hans-Heiling-Felsen) - 6,2 km
Hans-Heiling-Felsen aus der Terrasse der Gaststätte 'Jan Svatoš' Wir fahren auf dem Pfad am Egerufer weiter, vorbei an einer Baude (nach 3,8 km – angeblich heißt sie Kalík), dort, wo sich die Eger um das Felsengebilde ‚Schmiedin/Kovářka‘ windet und kommen schon bald beim Hans-Heilig-Felsen an. Hier müssen wir eine schmale hölzerne Hängebrücke über den Fluss überwinden – am gegenüberliegenden Ufer bietet sich unserem Blick eine romantische Felsgruppe dar, die an einen versteinerten Brautzug erinnert .  Direkt von der Brücke gelangt man durch ein Gartentor zur Gaststätte Jan Svatoš, die sich bei Radfahrern und Wassertouristen wegen ihres hervorragenden Speise- und Getränkeangebots großer Beliebtheit erfreut. Die bizarren Granitformationen stehen schon seit 1933 als Naturgebilde unter Naturschutz, schon im 19. Jahrhundert war der Hans-Heiling-Felsen ein beliebter Ausflugsort der Karlsbader Kurgäste . 
Hier entfernt sich die Route aber vom Fluss und schon bald erwarten uns auch ein paar kleinere Hügel .

57.  Doubí, SOS-Kinderdorf - 9,6 km
SOS-Kinderdorf in Doubí In Doubí (Aich) – heute bereits ein Ortsteil von Karlsbad – stoßen wir auf eine weitere Radwegkreuzung. Hier biegt Radroute Nr. 2017 zum Kaiserwald (Slavkovský les) ab und führt an einem Gelände mit ein paar Häuschen vorbei – einem SOS-Kinderdörfchen. In ganz Tschechien gibt es drei solcher Dörfchen, das älteste von ihnen ist hier in Doubí. Sinn und Zweck der SOS-Kinderdörfchen ist es, Kindern, deren Eltern sich nicht um sie kümmern wollen oder können, ein neues Zuhause zu schaffen. Das überhaupt erste Kinderdörfchen entstand 1949 im österreichischen Imst und bis heute gibt es sie in 132 Ländern der Welt. Das Kinderdörfchen von Doubí wurde 1970 gegründet, die Kinder leben hier in 12 Familienhäusern und in jedem Haus widmet sich ihnen jeweils eine Pflegefamilie. Gewisse Zeit war das Dörfchen im Niedergang begriffen und so befand sich hier vorrübergehend ein Schulungszentrum der internationalen Vereinigung SOS Kinderdorf International .

58.  Doubí (Aich), Schlösschen - ( Abzw. von der Route – 0,5 km )
Schlösschen in Doubí Vom Wegweiser am Kinderdorf gelangen wir zu einer Kreuzung, wo wir auf unserer Route durch eine Durchfahrt zwischen zwei gegenüberstehenden Häuser fahren müssen. Wer will, kann von der Route abbiegen und zum Fluss hinunter zum Schlösschen Doubí fahren. Anstelle des heutigen Schlosses stand auf dem Felsen in Nähe der Flussfurt ursprünglich eine Burg, in der in den Hussitenkriegen Raubritter hausten. Die Burg hatte wahrscheinlich den Charakter eines befestigten Gehöfts .  Schloss Aich ist vermutlich das einzige bewahrt gebliebene Zeugnis aus der Blütezeit von Aich/Doubí im 19. Jahrhundert. Ziegelei, Mühle, Sägewerk, Schafstall, Steingutfabrik, Brauerei oder Weinbrennerei sind längst verschwunden. Früher gab es hier auch den Tagebau Antonín (Antoni), später Vilém (Wilhelm).Das Schloss bekam sein Aussehen bei einen umfangreichen Ausbau im Jahre 1884. 2002 wurde das Schlösschen von seinem derzeitigen Besitzer Karel Holoubek mustergültig rekonstruiert. Das Schloss-Weihnachtshaus mit Himmels- bzw. Eiscafé ist heute eine besondere Attraktion .

59.  Doubí, Porzellanfabrik - ( Abzw. von der Route – 0,5 km )
In der Nähe des Schlosses gab es auch eine Porzellanfabrik. Das einstöckige Gebäude hinter dem Schlösschen dient heute anderen Zwecken. Die Porzellanfabrik in Doubí/Aich wurde im Jahre 1849 vom Prager Bürger Jan Möhling gegründet, der hier als Modelleur arbeitete. Möhling und seinen Mitarbeitern gelang es, Porzellanmasse von hervorragender Qualität zu schaffen und damit auch die Porzellanfabriken in der Umgebung zu versorgen. Ihre Erzeugnisse waren zwar sehr hochwertig, aber ihr künstlerisches Design ließ zu wünschen übrig. Zur Jahreswende 1897 – 1898 kam es in der Fabrik zu einem großen Lohnstreik. Die Firmenleitung begann Streikbrecher aus den Reihen von Arbeitslosen aus Altrohlau (Stará Role) anzuwerben. Um sie vor Angriffen der Streikenden zu schützen, wurden sie jeden Tag von Gendarmen eskortiert. Nach einigen Monaten wurde der Streik niedergeschlagen. Die Firma hatte sich aber finanziell so erschöpft, dass sie für drei Jahre ihre Produktion einstellen musste. 1922 wurde sie dann Teil des Konzerns EPIAG (Erste Böhmische Porzellanindustrie A.G.) und blieb noch bis kurz nach Kriegsende (1945) in Betrieb. Dann stellte sie ihre Produktion definitiv ein .

60.  Doubí, Bahnhof - 10,3 km
Bahnstation in Doubí Die Bahnstation heißt bis heute ‚Doubí bei Karlovy Vary‘, auch wenn der ehemals eigenständige Ort schon längst von der Bezirksstadt einverleibt wurde. Doubí (Aich) liegt an der ‚Tepelská dráha‘ (Eisenbahn von Karlsbad über Tepl nach Marienbad) und wurde auch treffend Kurbahn genannt. Die Strecke wurde von der Österreichischen Staatsbahn erbaut – 1500 Streckenarbeiter aus Böhmen, ja sogar aus dem Tirol, Kroatien, Rumänien und anderen Ländern arbeiteten hier . Die ersten Züge dampften hier im Jahre 1898. Auf dieser Strecke verkehrte in den Jahren 1900-1936 auch ein direkter Schnellzug aus Karlsbad nach Wien und zwar über Marienbad, Pilsen und Budweis (České Budějovice) .
Am Bahnhof überqueren wir den Bahnübergang und biegen gleich darauf nach links auf den Radweg nach Tuhnice ab . 

61.  Tuhnice (Donitz) - 13,0 km
Tuhnice-Zentrum anfangs 20. Jahrhunderts Vor Tuhnice geht es in steiler Abfahrt zum Steinviadukt hinunter, unter diesem hindurch und gleich hinter den ersten Häusern biegen wir nach rechts ab. Die Route führt am Forsthaus vorbei zu einem Kinderspielplatz mit Holzburg und dann durch die Gorki-Straße bis zur Straße Šumavská . Hier befand sich einst der Kern des selbstständigen Orts Tuhnice (Donitz) . Ab 1888 eine Maria, der Patronin des Ortes gewidmete Kapelle. Nahezu 80 Jahre lang war Donitz/Tuhnice eine selbstständige Gemeinde, erst 1928 wurde es zu einem Ortsteil von Karlsbad. Im Ort gab es einen Stadthof, eine Ziegelei, Autowerkstatt, Oblatenbäckerei und das große Gasthaus Hampl, u.a. mehr. Im Mäander der Eger gab es anfangs nur Schrebergärten, später wurden hier ein Wasser-, Kraft- und Gaswerk errichtet. Bei der Befreiung im Jahre 1945 wurde das Depot des Unteren Bahnhofs bombardiert, wobei auch viele Häuser in der Umgebung zerstört wurden, einschließlich der Marienkapelle, ja der gesamte Kern von Tuhnice ging in Rauch und Flammen auf. Dort, wo vordem die Kapelle stand, blieb nur ein kleiner Park übrig, in den 50er Jahren wurden ringsum neue Wohnhäuser errichtet. In Tuhnice müssen wir durch die verkehrsreiche ‚Weststraße‘ (Západní ulice). Hier herrscht wirklich sehr dichter Verkehr – statt an der Ampelkreuzung zu warten, lohnt es sich daher abzusteigen und das Rad lieber über den Fußgängerübergang zu schieben, das ist auch viel sicherer . 

62. Tuhnice,  Plynárenská lávka/Gaswerkbrücke  - 13,3 km
Plynárenská lávka/Gaswerkbrücke Wenig später sind wir am Fluss, beim Wegweiser an der Fußgängerbrücke ‚Plynárenská lávka‘ angelangt. Die ‚Gaswerkbrücke‘ wurde 1934 von Firma Wayss & Freytag anstelle eines alten Fährbetriebs errichtet. Die Betonlaufbrücke wurde so entworfen, dass sie dem gleichem Hochwasser, wie von 1862 standhalten konnte .
Noch vor der Fußgängerbrücke biegt die Radroute 2009 zum Unteren Bahnhof ab und führt hinter der Brücke geradeaus auf der Radroute über Stará Role (Altrohlau) nach Potůčky (Breitenbach). Wir aber benutzen die Radroute rechts und fahren auf ihr bis Dalovice . Der Egerradweg weicht dem Kurzentrum zwar aus aber wer es sich nicht entgehen lassen will, kann bei der Fußgängerbrücke auf Radroute 2009 zum Unteren Bahnhof fahren und von hier weiter den Wanderzeichen 2288 folgen . Ansonsten fahren wir einfach unserer Route folgend am Fluss entlang zur Egerbrücke (Chebský most) .

63.  Chebský most – Egerbrücke - 14,5 km
Chebský most/Egerbrücke Die fünfbogige, sich über die Eger spannende Steinbrücke wurde 1869 in Betrieb genommen, ursprünglich hieß sie Sophienbrücke (so benannt nach der Erzherzogin Sophie, der Mutter von Franz Joseph). Später wurde sie jahrelang Kaiser-Franz-Joseph-Brücke genannt . 1904 wurden beidseitig Gehsteige aus Stahl angebracht, 1984 rissen allerdings die Zuganker, wodurch die Gehsteige Schieflage bekamen. Die Brücke wurde in der für damalige Verhältnisse Rekordzeit von 380 Tagen nach der Havarie rekonstruiert und dient seit 1985 wieder ihrer Bestimmung. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ging sie sogar in die Weltgeschichte ein, denn genau hier verlief die Demarkationslinie zwischen der Roten Armee und der US-Army. Am Ende der Brücke befand sich ein Schlagbaum, passieren durfte man ihn nur mit Passierschein. Die Brücke ist insgesamt 111 m lang. Heute verbindet sie das Verwaltungszentrum von Karlsbad mit dem Ortsteil Rybáře .

64.  Ostrovský most (Ostrov-Brücke) - 14,9 km
Ostrov-Brücke Zuerst trug die Brücke den Namen unseres ersten Präsidenten – ‚Masaryk-Brücke‘, aber gewisse Zeit hieß sie auch Thälmann-Brücke oder auch nur Stadtbrücke. Die Brücke aus dem Jahre 1932 musste 1990 wegen Dehnung einer Generalreparatur unterzogen werden . Die neue Straßenbrücke, nun mit Steigung, wurde aus Spannbeton errichtet, das heißt die Fahrbahn festigen vorgespannte Seile. Damit ist sie die erste Brücke auf tschechischem Gebiet, bei der diese Technologie angewendet wurde. Die Brücke ist 242 Meter lang und spannt sich gleichzeitig über die Eger und die Eisenbahnstrecke. Die Brücke durchfahren wir durch eine enge Durchfahrt in dem Betonblock der Brücke, in dem die Enden der Spannseile verankert sind .

 65.   Čertův ostrov - Teufelsinsel – 15,2 km
Teufelsinsel Weiter geht es über eine hängenden Gehsteig, der die Durchfahrtsstraße kopiert und von dieser von einer hohen Barriere getrennt ist. Auf ihr umfahren wir die ‚Teufelsinsel‘ (Čertův ostrov), die in Wirklichkeit gar keine Insel, sondern nur ein weiterer der Mäander der Eger ist. Wie aber kam sie zu ihrem seltsamen Namen – Teufelsinsel? Man sagt, dass die Tepl (Teplá) vor ihrer Regulierung (also vor 1836) nahezu einen Kreis beschrieb und so zusammen mit der Eger so etwas, wie eine Insel bildete. Wenn ein böiger Nordwind von den Bergen wehte, dann pfiff und heulte es in den Höfen auf der ‚Teufelsinsel‘, Papier und Blätter wirbelten durch die Luft, als wäre ‚der Teufel los‘. Als dann im Tal der Tepl das Hotel Thermal errichtet wurde, nahm die Kraft des Windes etwas ab. Die ‚Teufelsinsel – Čerťák gehörte zu den am dichtesten besiedelten Stadtvierteln. Seine stattlichen Mietshäuser wurden von namhaftesten Baufirmen errichtet. So baute Stadtarchitekt Josef Waldert hier die Häuser Josefheim und Port Arthur in der Försterstraße und die Häuser Cairo und Scottland in der Straße Vítězná . 

66.  Bohatice (Weheditz) - 15,8 km
Pražský most/Prager Brücke Wir fahren an einer ‚toten Brücke‘, der im Jahre 1960 erbauten Drahovice-Brücke vorüber. Am linken Ufer wurde sie nämlich durch den Bau der neuen vierspurigen Durchgangsstraße von der vorherigen Straße ‚abgeschnitten‘ und noch vor der ‚Samtenen Revolution‘ wegen der unbefriedigenden Entfernung der Kreuzungen zur Durchfahrtsstraße geschlossen. Gewisse Zeit diente sie als Flohmarkt, dann als Parkplatz und heute ist sie nur noch Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Heute ist die Brücke wichtiges Verbindungselement für Fußgänger und Radfahrer, die vom Egerradweg nach Drahovice wollen. Nach ca. 600 m fahren wir unter der Prager Brücke (Pražský most) hindurch. Bis die Autobahn aus Cheb herangeführt wurde und die neuen Brücken in Tuhnice gebaut wurden, war die im Jahre 1998 erbaute Brücke die jüngste in der Stadt . 
Hinter der Brücke verlassen wir den Kurort und gelangen nach Dalovice .

Tipp: Nach Radošov durchs Egertal - (dieser Weg ist 4 km länger als auf dem Radweg )
Villa in Muzikov Die ausgewiesene Radroute von Karlsbad nach Radošov weicht wegen des regen Verkehrs, vor allem des Lkw-Verkehrs zum Füllbetrieb in Kyselka, der Uferstraße an der Eger aus. Die gerade zu diesem Zweck von Mattoni erbaute Industriebahn aus Vojkovice blieb vom Mattoni-Füllbetrieb jahrelang ungenutzt, stattdessen erfolgte die Expedition auf der Straße. Erst im Jahre 2012 setzte Mattoni die Industriebahn wieder instand und verlegte einen Teil ihres Vertriebs auf die Gleise. An den Wochenenden kann man also relativ ungestört und sicher das Egertal von Karlsbad nach Radošov durchfahren, denn ohne die großen Brummer ist der Verkehr hier im Großen und Ganzen erträglich. In diesem Fall können wir also ruhig auf die Drahovice-Brücke  abbiegen und über ‚Mattoniho nábřeží‘ nach Kyselka weiterfahren .
Das Tal der Eger/Ohře von Karlsbad nach Klášterec nad Ohří (Klösterle an der Eger) ist sicher eines der malerischsten in der ganzen Karlsbader Region. An den Hängen des Duppauer und Erzgebirges (Doupovské u. Krušné hory) breiten sich über dem Fluss landschaftsmäßig prächtig erbaute Orte aus. Während in Richtung Erzgebirgskamm tief eingeschnittene Täler von der Eger hinaufführen, in denen sich die Straßen und Straßendörfchen bis zu den Kämmen hinziehen, winden sich die Orte am Duppauer Gebirge bis in eine Höhe von 100 über dem Fluss ringförmig um die Füße der Berge . 

67.  Dalovice (Dallwicz) - 17,6 km
Neue Schloss in Dalovice Dalovice bzw. Dallwitz gehört zu den ältesten, historisch belegten Siedlungen in der Karlsbader Region – sie sind noch vor 1000 vor Chr. datiert. Unweit des Parks sind gut bewahrte Grundmauern einer uralten Feste zu sehen, wo sich bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts der Herrschaftssitz befand. Damals eroberte Graf Schlick die hiesige Burg, in der sich Pflugk von Rabstein verschanzte. Dieser verbarg sich hier nach seiner Flucht von der Hochzeit von Schlickens Tochter, bei der beide adligen Herren die Klingen kreuzten. Das Ereignis ging als ‚blutige Hochzeit von Karlsbad‘ in die Geschichte ein .
Neben der zerstörten Feste erbauten sich die Besitzer ein kleines Schloss, das so genannte   Alte Schloss, in dem heute die Landwirtschaftsschule siedelt. 1875 ließ dann der neue Herrschaftsbesitzer Jindřich (Heinrich) Riedl das Neue Schloss erbauen (auch in ihm ist heute eine Schule – eine Logistikschule) und richtete gleichzeitig im    Alten Schloss ein Wohnheim für die Arbeiter der hiesigen Porzellanfabrik ein. Das Alte Schloss brannte später jedoch ab und so erbaute Riedl an seiner statt ein neues Schloss. Obwohl es neuer war als das ‚Neue Schloss‘, wird es bis heute ‚Altes Schloss‘ genannt. Das Neue Schloss umgibt ein hübscher Park, in dem die historisch wertvollsten Bäume unserer Region zu bewundern sind. Die Körner-Eiche gilt als mächtigste Eiche in ganz Tschechien. Ihr Alter wird auf 700 - 900 Jahre geschätzt, seit 1981 ist sie als Baumdenkmal geschützt . Sie ist nach dem jungen Dichter des Kaiserhofes Theodor Körner benannt, der hier auf dem Schloss seine Wunden aus dem Napoleonischen Krieg kurierte, in dem er mit 22 Jahren letztendlich auch fiel. Im Schatten der Eiche steht sein Denkmal . Bemerkenswert sind aber auch die Kirche Mariatrost, sowie weitere Baumdenkmale im Schlosspark – Winterlinden  und eine Schlosseiche.

68. Vysoká (Hohendorf) - 18,6 km
Kapelle in Vysoká (1895) Das im 15. Jahrhundert von deutschen Ansiedlern gegründete Hohendorf war wohl von Anfang an ein Ortsteil von Dallwitz (Dalovice). Später wurde es zum selbstständigen Ort und blieb es bis 1952. In den Jahren 1976-1990 war Vysoká sogar Vorort von Karlsbad . Der Ort hatte jedoch ständig mit Trinkwassermangel zu kämpfen und so stellte er im Jahre 1895 die Bedingung, dass jeder künftige Hauserbauer zuerst seine eigene Trinkwasserquelle haben musste. Als man bei einer der Bohrungen eine ergiebigere Wasserquelle entdeckte, errichtete man hier einen Holzbrunnen, in den man die Quelle ableitete. In den Jahren 1930 – 1931 wurde das Gemeindehaus (der spätere Gasthof) mit Gemeindebüro und sechs Wohnungen gebaut. Ursprünglich hatte das Dorf die deutsche Ortsbezeichnung Hohendorf, der tschechische Ortsname Vysoká kam erst nach 1923 auf. Im Jahre wurde es dann definitiv umbenannt .

69. Lesov (Lessau), Wegkreuzung  - 20,2 km
Porzellanfabrik Concordia Wir fahren durch die Siedlung ‚Sedmidomky‘ und vorbei am Teich Mexiko bis zur Wegkreuzung bei Lesov. Erste Erwähnungen des Dorfes stammen aus dem Jahre 1523. Ursprünglich war Lessau nur ein Bauerngut unter der Schlackenwerther Herrschaft. Ab dem 18. Jahrhundert wurde westlich des Ortes Braunkohle abgebaut. Beim Bau der Eisenbahnstrecke wurden die Zechen jedoch zugeschüttet. In den Jahren 1872 – 1913 unterstand die Gemeinde Bor, später wurde der Ort selbstständig, ab 1950 gehört er zur Gemeinde Sadov. Mitten in Lessau stand am Dorfanger an der rechten Straßenseite der Straße nach Sadov eine rechteckige Kapelle mit Barockglockenturm auf ihrem Dach. Sie wurde 1835 erbaut und irgendwann um 1965 abgerissen .
1888 gründete Ernst Mader in Lessau die Porzellanfabrik Concordia Lessau, 1919 wurde sie dann von den Gebrüdern Löw aus Schlackenenwerth (Ostrov) übernommen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Fabrik Teil der Gesellschaft ‚Karlovarský porcelán‘. Als die Firma 2008 in die roten Zahlen geriet, kaufte ein Jahr später das Unternehmen Thun 1794 a.s. die Concordia samt aller Schutzmarken und Technologieeinrichtungen ab. Heute produziert sie unter der Schutzmarke LC und Thun .

70.  Bor (Heid) - 21,8 km
Pfarrkirche Maria Magdalena Eine erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1352, als Bor der Herrschaft Elbogen angehörte. Heid hatte vor dem Krieg 645 Häuser, 487 Einwohner, eine Volksschule, Sparkasse, drei Gasthöfe, eine freiwilligen Feuerwehr, Turnhalle und einen Jagdverein. Bis 1975 war der Ort eine selbstständige Gemeinde, dann wurde er in Sadov eingemeindet .
Noch vor der Gründung des Dorfes stand hier die Pfarrkirche Maria Magdalena.  Volkslegenden zufolge soll die Kirche eine   tausendjährige Geschichte haben, da in einem der Balken in der Kirchenkuppel und auch im Herzen der großen Glocke die Ziffern 999 eingegraben ist. Diese Zahl wird als Jahreszahl angesehen. Die Kirche gilt tatsächlich als eine der ältesten Kirchen Westböhmens. Die ursprünglich gotische Kirche wurde 1770 im Barockstil umgebaut. Im Turm blieb eine wertvolle Glocke bewahrt – die sog. Gloria-Glocke, die noch aus der Zeit vor 1400 stammt. Die zweite, die ‚Marien-Glocke‘ aus dem Jahre 1514, blieb nicht bewahrt, aller Wahrscheinlichkeit nach wurde sie im 1. Weltkrieg requiriert. Noch 2008 befand sich die Kirche in einem schlechten Zustand, aber dank der Vereinigung ‚Kirche Bor‘ gelang es, die kleine Kirche zu reparieren. Man kann auch das Kircheninnere besichtigen, man braucht nur den Kirchenverwalter anzurufen, dessen Telefonnummer an der Informationstafel an der Kirche steht .
Am gotischen Portal an der Nordseite der Kirche steht ein altes Steinkreuz.  Es wurde hier nachträglich errichtet. Noch in den ersten Nachkriegsjahren stand es in den Feldern am Weg nach Nejda, an der ‚Kalbl‘ genannten Stelle. Vor der Kirche stehen eine Informationstafel und gleich daneben ein Kriegerdenkmal.

71. Stráň (Elm) - 23,8 km 
Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1525. Der Ort wurde offensichtlich an einer Kreuzung des alten Handelsweges von Schlackenwerth (Ostrov) nach Rodisfort (Radošov) gegründet und unterstand der Herrschaft der Grafen von Schlick. Die ursprünglich selbstständige Gemeinde wurde von 1960 bis 1970 von der Gemeinde Bor verwaltet und 1970 gemeinsam mit Bor in Sadov eingemeindet. Heute ist Stráň eine kleine, von Wald umgebene Siedlung mit 40 Einwohnern, die sich an dem Hang (tsch. Stráň) hinzieht, der ihr ihren Namen gab. Auf dem Dorfanger steht eine kleine Kapelle, die von zeitgenössischen Häusern aus dem 19. und 20. Jahrhundert umgeben ist .
Von hier fahren wir zur Eger/Ohře hinunter und an der Kreuzung mit dem gelben Wanderweg biegen wir zum Heim Radošov ab .

72.  Heim Radošov - 25,4 ( Abzw. von der Route – 0,5 km )
Heim Radošov Nachdem wir abgebogen sind, fahren wir auf einem Asphaltsträßchen zu einem auffälligen mehrstöckigen Gebäude weiter. 1928 wurde es von den Falknover Kohlezechen (Sokolov - Falkenau) als Erholungsheim für seine Beschäftigten errichtet. Zu Kriegszeiten wurde das Gebäude von Wehrmachtssoldaten und faschistischen Jugendverbänden genutzt. Später war es Waisenheim für Kinder gefallener deutscher Soldaten. Nach dem Krieg bis 1962 war es dann Kinderheim für griechische Kinder und noch später für Kleinkinder bis zu drei Jahren. Am 1. Februar 1970 wurde hier eine Vorsorgeanstalt für bis zu 50 behinderte Kinder und Jugendliche in einem Alter von 12 bis 25 Jahren eingerichtet .

73.  Radošov, Holzbrücke  - 26,4 km
Holzbrücke in Radošov Die gedeckte Holzbrücke wurde 1364 von den Schlackenwerthern mit der Bewilligung von Kaiser Karel IV. errichtet, der ihnen das Privilegium erteilte, an der Rodisforter Brücke Maut zu erheben. Die Brücke war zweifelsohne ganz aus Holz gezimmert und musste mehrmals repariert werden. In der Vergangenheit brannte sie einige Male ab, wurde jedoch immer wieder erneuert. Das erste Mal geschah dies aus unbekannter Ursache im Jahre 1576, das zweite Mal im Jahre 1639 – damals wurde sie von den Schweden in Brand gesteckt. Ein paar Mal wurde sie auch durch Hochwasser beschädigt. Im Jahre 1742 wurde die Brücke dann von französischen Truppen niedergebrannt, zwei Jahre später aber wieder erneuert. Im Jahre 1810, unter den napoleonischen Kriegen, wurde die Brücke zur Hälfte demontiert, als die Gefahr vorüber war, wurde sie wieder zusammengebaut und bekam auch gleich eine neue Überdachung. In diesem Zustand blieb die Brücke bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts bewahrt. 1979-1980 wurde sie einer Gesamtrekonstruktion unterzogen. Aber schon im Juli 1986 brannte die gesamte Holzkonstruktion aus bisher ungeklärten Gründen erneut ab, allein die Steinpfeiler blieben stehen. Erst im Jahre 2001 nahm die Gemeinde Kyselka dann mithilfe einer staatlichen Zuwendung die Rekonstruktion der historischen Brücke auf, zwei Jahre später wurde sie feierlich ihrer Bestimmung übergeben .
Die Brücke ist 66 m lang und 10 m breit und ruht auf drei mächtigen Pfeilern, die vom ursprünglichen Bau übrig geblieben sind. Die gedeckte Holzbrücke aus dem Jahre 1364 ist heute als technisches Denkmal geschützt und ist zum Aushängeschild des Ortes geworden .

74. Radošov (Rodisfort) - 26,6 km
Radošov Der Ort Radošov liegt an einem uralten Handelsweg, der von Prag nach Eger (Cheb) und weiter nach Deutschland führte. Die deutsche Ortsbezeichnung Rodisfort widerspiegelt den Umstand, dass es hier ursprünglich nur eine Furt zum Überqueren der Eger gab. Als Karel IV. im Jahre 1364 der Stadt Schlackenwerth (Ostrov) das Privilegium zum Bau der Brücke und zur Erhebung der Maut erteilte, wies er die nach Prag fahrenden Kaufleute an, gerade diesen Weg zu nehmen. Dank der erhobenen Maut war es möglich, die Brücke ständig instand zu halten und zu reparieren . 
Im Ort steht die Pfarrkirche des hl. Wenzel, die noch ein Jahr älter, als die Brücke in Radošov ist und im Jahre 1856 durch einen Umbau ihr klassizistisches Aussehen erhielt. Vor der Kirche steht ein den Opfern des 1. Weltkrieges gewidmetes Kriegerdenkmal.

Aus Radošov setzen wir unsere Radtour zur letzten, vierten Tourismusregion der Karlsbader Region fort, durch die der Egerradweg führt: in die Tourismusregion Ostrov.